Mit Top Bewerbung zum Traumjob – Unsere 10 Tipps
Das Wichtigste für eine top Bewerbung zuerst: Bewerbungsunterlagen auszudrucken und als Bewerbungsmappe per Post zu verschicken, ist definitiv out. Bewerbungen erfolgen heutzutage per E-Mail oder über Online-Bewerbungsportale – auf jeden Fall aber online. Trotzdem lohnt es sich, ein paar Fakten zu Anschreiben, Struktur oder Schrift zu kennen, die sich bei Bewerbungen durchgesetzt haben. Basierend auf unseren Erfahrungen aus vielen Jahren erfolgreichen INQUA Bewerbungs-Coachings haben wir die 10 wichtigsten Tipps für die perfekte Bewerbung zusammengestellt.
1. Anschreiben – ja oder nein?
Die Fähigkeit, sich in einem kurzen Text vor- und positiv darzustellen, ist relevant für alle Arbeitssuchenden. Die meisten Unternehmen wünschen sich nämlich nach wie vor ein Anschreiben zur Bewerbung – vor allem wenn die Bewerbungsunterlagen per E-Mail eingereicht werden sollen. Dabei gilt: Je präziser und professioneller, desto besser – aber ohne, dass die Individualität zu kurz kommt. Es existiert allerdings ein Trend, auf Anschreiben zu verzichten. Das ist der Fall, wenn Unternehmen ein eigenes Bewerbungsportal haben und bei der Ausschreibung darauf hinweisen, auf eine Bewerbung per E-Mail zu verzichten. Viele Personalentscheider:innen bemängeln, dass der Inhalt von Anschreiben nicht aussagekräftig sei. Außerdem fehlt ihnen schlichtweg die Zeit, diese genau zu lesen, da sie ständig unter Termindruck stehen. Normalerweise sichten Personaler:innen eine Bewerbung in nicht einmal fünf Minuten, ein Drittel sogar in weniger als drei. Am ehesten wird dann auf einen Blick ins Anschreiben verzichtet. Noch radikaler ist die One-Klick-Bewerbung: Sie verweist auf das Profil des Bewerbers oder der Bewerberin in den sozialen Netzwerken Xing oder LinkedIn.
2. Wie sieht eine top Bewerbung aus?
Auf den ersten Blick sollte dem:der Personalverantwortlichen klar werden, warum du dich bewirbst und warum gerade du ein:e geeignete:r Kandidat:in bist. INQUA Karriere-Coach Petra Schreiber weiß: „Im Anschreiben sollte auf jeden Fall stehen, um welche Position genau du dich bewirbst, warum du der:die richtige Bewerber:in bist und was du mitbringst, um die Aufgaben zu erfüllen. Genauso wichtig ist, was du an persönlichen und sozialen Kompetenzen vorweisen kannst, denn für jede Aufgabe brauchst du ja auch gewisse Eigenschaften, um die Stelle auszufüllen.“ Sie empfiehlt in unserer Video-Reihe Tipps vom Karriere-Coach: „Indem du Beispiele für deine Erfahrungen nennst, zeigst du explizit, was du mitbringst.“
3. Der richtige Einstieg: Setzen Sie sich in Szene
Wie schreibe ich also die perfekte Bewerbung? Beginne dein Anschreiben idealerweise mit einer persönlichen Anrede. Geht diese aus der Stellenausschreibung nicht hervor, rufe beim Unternehmen an und frage nach – das spricht für dein Engagement! Der Einstiegssatz ist sicherlich der herausforderndste. Verzichte auf langweilige Phrasen wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ und versuche lieber, die Perspektive der Person einzunehmen, die du anschreibst: Wie kannst du ihre Aufmerksamkeit erregen? Der erste Satz ist vergleichbar mit einem Romananfang; er sollte die Lesenden zum Weiterlesen inspirieren. Die Schlüsselfrage für eine Topbewerbung lautet: Inwieweit bist gerade du für das Unternehmen nützlich? Am besten lieferst du direkt Argumente in Form deiner Berufserfahrung und Qualifikationen. Oder du gehst – möglicherweise als Frage formuliert – auf das ein, was gesucht wird, und steigst direkt ins Thema ein. Der erste Satz kann sich auch auf das Unternehmen selbst oder seine aktuellen Entwicklungen beziehen, beispielsweise wenn ein neues Büro oder eine Zweigstelle eröffnet wurde, dir der Webauftritt des Unternehmens besonders gut gefällt oder du das Unternehmen schon lange beobachtest, möglicherweise selbst als Kunde nutzt – und was du dazu beitragen kannst. Vielleicht kannst du dich auch auf ein vorangegangenes Telefonat oder Gespräch mit einem Mitarbeiter beziehen. Grundsätzlich halte die Sätze dabei kurz und prägnant, mit aktiven Verben, nicht allzu vielen Substantiven und nicht länger als zwei Zeilen. Dabei sollte dein gesamter Bewerbungstext aus drei bis vier, höchstens fünf Absätzen bestehen.
4. Passe deine Bewerbungsunterlagen an die Stellenanzeige an
„Eine Anpassung des Anschreibens und der Bewerbungsunterlagen an die Stellenanzeige macht insofern Sinn, weil der Arbeitgeber innerhalb ganz kurzer Zeit die Bewerbung sichtet, bewertet und festlegt: Möchte ich den Bewerber kennenlernen und einladen? Kommt das auf den Stapel ‚eventuell‘ oder auf dem Stapel ‚Absage‘?“, beschreibt Petra Schreiber diesen entscheidenden Moment und empfiehlt: „Das heißt, die Bewerbungsunterlagen sollten so aufgebaut sein, dass der Personaler innerhalb kürzester Zeit wirklich die Facts erkennen kann und ob das wirklich der geeignete Bewerber ist.“ Dafür kann der:die Bewerber:in die Stellenausschreibung genau beleuchten und sich fragen, um was für eine Position es sich hier handelt, welche Aufgabenstellung dahintersteht und welche fachlichen und sozialen Kompetenzen benötigt werden. „Das suche ich mir aus meinem Werdegang heraus, betone es im Anschreiben und hebe das auch im Lebenslauf hervor“, so Petra Schreiber. In unserem Artikel findest du weitere Tipps für das perfekte Anschreiben zur Bewerbung.
5. Strukturiere deine Bewerbung
Nach der überzeugenden Darstellung deines Profils mit Berufserfahrung, Qualifikation sowie Studienabschluss widmest du die nächsten Zeilen deinem persönlichen Bezug zur Stelle, deinen sozialen Kompetenzen, also den Soft Skills, und deinen Spezialkenntnissen. Am Schluss nennst du deine Gehaltsvorstellung – allerdings nur, wenn das in der Stellenausschreibung gewünscht wird. Genannt wird das Brutto-Jahresgehalt nach gründlicher Recherche, ob deine Vorstellung auch mit der Realität übereinstimmt. Auch der Schlusssatz ist entscheidend: Die Aufmerksamkeit der Personalverantwortlichen nimmt zum Ende des Bewerbungsschreibens noch einmal deutlich zu. Jetzt kannst du darauf hinweisen, dass du dich auf eine Einladung zum Gespräch freust, und ein paar persönliche Worte finden. Du verabschiedest dich mit „freundlichen Grüßen“, nicht mit „besten Grüßen“, um eine in diesem Fall angebrachte distanzierte Höflichkeit zu wahren. Solltest du dich per E-Mail bewerben, wird das Anschreiben zusätzlich zu den anderen wichtigen Dokumenten wie Lebenslauf, Arbeitszeugnissen und Studienabschlüssen als PDF-Dokument an die E-Mail angehängt.
6. Dein Lebenslauf ist die Nummer eins
Betrachte deinen Lebenslauf als deine Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch. Er ist oft sogar das Erste, was Personaler:innen lesen. Schon hier sollte auf den ersten Blick deutlich werden, dass du die gesuchten Fähigkeiten besitzt, dich mit dem Stellenprofil auseinandergesetzt hast und weißt, worauf es dabei ankommt. Dazu zählt eine gründliche Recherche über den:die Arbeitgeber:in. Das bedeutet, dass der Lebenslauf auf verschiedene Stellenanzeigen angepasst und für jede einzelne Bewerbung überarbeitet werden muss. Ein sorgfältiger und guter Lebenslauf passt selten auf zwei Stellenangebote! Solltest du dich auf eine Auslandsstelle bewerben, erkundige dich zur gängigen Struktur eines Lebenslaufs im jeweiligen Land, weil diese durchaus abweichen kann. Hierzulande ist ein chronologisch aufgebauter Lebenslauf üblich, aber auch ein funktionaler Lebenslauf ist möglich. Letzterer rückt die persönlichen Fähigkeiten in den Vordergrund und ordnet Leistungen und Berufserfahrungen in Bezug auf Fachwissen, Funktion und Verantwortungsbereiche. Die Struktur des chronologischen Lebenslaufs ist umgekehrt chronologisch. Das heißt, nach deinen persönlichen Daten folgen deine letzte Berufserfahrung und die zuletzt abgeschlossene Ausbildung. Danach kommen Weiterbildungen und Praktika, vorausgesetzt, diese haben mit dem Jobprofil zu tun. Falls nicht, können sie weggelassen werden. Beim Studienabschluss sollten außer Name und Ort der Universität stichpunktartig Studienschwerpunkte sowie Thema und Note der Abschlussarbeit angegeben werden. Ebenso bei deinen bisherigen Berufstätigkeiten: Neben der Bezeichnung deiner Position sowie Name, Rechtsform und Ort des:der Arbeitgebers:in erwähnst du stichpunktartig deine Aufgaben, Projekte und Erfolge. Die Zeitangaben deiner Tätigkeiten müssen auf den Monat genau sein. Mehr Tipps zum Lebenslauf für die perfekte Bewerbung findest du in unserem Artikel. Expertentipps zum Lebenslauf.
7. Fülle die Lücken
INQUA Karriere-Expert:innen empfehlen: Der Lebenslauf sollte möglichst keine Lücken enthalten, die länger als drei Monate sind. Sollte das trotzdem einmal der Fall sein, versuche, die Lücke mit einer positiven oder zumindest nachvollziehbaren Erklärung zu füllen. Dabei gilt die Faustregel: Lücken sind völlig in Ordnung – Lügen aber nicht. Und: Wenn du schon länger arbeitssuchend bist, erwähne an dieser Stelle Weiterbildungen, besondere Kenntnisse und Fähigkeiten oder außerberufliches Engagement. Hier findest du wertvolle Tipps, wie du mit Lücken im Lebenslauf umgehen solltest.
8. Deine Persönlichkeit ist gefragt!
Der vorletzte Punkt deines Curriculums führt berufs- oder studienbedingte Auslandsaufenthalte und Fremdsprachenkenntnisse einschließlich des Niveaus deiner Sprachkenntnisse auf. Du schließt mit weiteren Kenntnissen ab, zum Beispiel den heutzutage sehr gefragten digitalen Kompetenzen. Das Niveau brauchst du hier nicht anzugeben, wohl aber die IT-Programme, die du beherrschst. Was sich grundsätzlich gut im Lebenslauf macht, ist soziales Engagement oder außerberufliche Interessen und Hobbys, sofern sie zur Stellenanforderung passen – auch, um ein Bild deiner Persönlichkeit zu vermitteln. Je nach angestrebter Position hast du hier Spielraum. Und je konkreter du wirst, desto besser.
9. Denke an die Optik für eine Top-Bewerbung
Was das Layout betrifft, so sollten Anschreiben und Lebenslauf klar, übersichtlich und vor allem einheitlich sein, sprich: in Gestaltung und Design ähnlich. Dazu zählt, die gleiche Schriftart und -größe zu verwenden, je nach Schriftart zwischen 10 und 12 Punkt groß. Empfohlen werden Times New Roman in 12 Punkt (speziell bei eher konservativen Arbeitgeber:innen), Arial (11 Punkt) oder auch Calibri, Cambria, Garamond, Corbel, Georgia und Verdana. Auf ausgefallene Schriften wie Comic Sans solltest du lieber verzichten. Noch ein Tipp: Bewirbst du dich um eine technische Position, wird eine reduzierte Schrift empfohlen, während Geisteswissenschaftler:innen zu komplexeren klassischen Typografien greifen können. Für deinen eigenen Namen und die Überschriften der Rubriken im Lebenslauf kannst du eine etwas größere Schrift, Großbuchstaben oder eine andere Farbe wählen, beispielsweise 13 Punkt bei Überschriften im Vergleich zu 11 Punkt für den Rest des Textes. Der Zeilenabstand ist einzeilig, möglicherweise mit einer proportionalen Angabe wie „120 %“.
10. Mache ein gezieltes Bewerbungs-Coaching
INQUA Expert:innen sind sich in Bezug auf Gestaltung und Textvolumen einig: Der Trend geht eindeutig in Richtung minimalistisches Design. Wenn du unsicher bist: Weniger ist oft mehr. Eine zielsichere Kürze ist bei den Unterlagen gefragt, etwas mehr „Länge“ solltest du dafür der Zeit für die sorgfältige Vorbereitung und Ausarbeitung deiner Bewerbung widmen. Vernachlässige dabei deine Individualität nicht! Betone die Aspekte deiner bisherigen Tätigkeiten sowie deine beruflichen und sozialen Kompetenzen, die mit der gewünschten Position in Zusammenhang stehen. Bist du trotz unserer Bewerbungs-Tipps noch unsicher, ob du das alleine hinbekommst, und wünschst dir ein individuelles Training für deine Topbewerbung? Dann hole dir professionelle Hilfe: Unsere INQUA Coaches nehmen sich die Zeit für die Optimierung deiner Bewerbung, die du brauchst.. Mittels eines AVGS-Gutscheins vom Jobcenter ist ein Karriere-Coaching für dich sogar kostenlos. Nutze diese Chance. Wir sind in ganz Deutschland für dich da – und zwar im Internet und vor Ort. Ob ein zertifiziertes Bewerbungscoaching in Hamburg, Berlin, München oder an einem unserer 18 weiteren Standorte – Du absolvierst deine Sitzungen flexibel und räumlich vollkommen unabhängig im Online-Format, im Präsenz-Coaching (mit entsprechendem Hygienekonzept) oder als Kombination von beidem im bewährten Blended-Verfahren. Alle unsere Standorte findest du hier.
Über den Autor:

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.
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