Lücken im Lebenslauf: Tipps um souverän zu reagieren
Der Lebenslauf ist das Kernstück deiner Bewerbung. Er ist die ausführliche Visitenkarte für den Start in einen neuen Job. In einer sich rasant verändernden Arbeitswelt und wachsender Konkurrenz ist es wichtiger denn je, dass dein Lebenslauf „up to date“ ist und deine Kompetenzen und Fähigkeiten realistisch und überzeugend darstellt. Dazu zählt auch, wie wir mit Lücken im Lebenslauf umgehen, denn diese kommen häufig und in den besten Familien vor. Lücken haben vielfältige Gründe, die nachvollziehbar sein können – wenn sie richtig erklärt werden.
In unserer dreiteiligen Serie nehmen wir Trends, konkrete Tipps für den Lebenslauf und den Umgang mit Lücken unter die Lupe. Dafür haben wir Stimmen von Fachleuten gesammelt und fünf erfahrene INQUA Karriere-Coaches interviewt, deren Antworten wir in drei aufeinanderfolgenden Teilen zusammenfassen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Kollegen und Kolleginnen Johannes Junker, Christine Yildirim und Sylvia Reckel für ihre wertvollen Hinweise. Im letzten und dritten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns daher mit der Frage:
Wie geht man am besten mit Lücken im Lebenslauf um?
„Ich empfehle eine möglichst konstruktive und positive Darstellung der Lücke“ – Johannes Junker
Johannes Junker sagt: „Alles, was über den Zeitraum von zwei Monaten hinausgeht und nicht erklärt wird, gilt als Lücke im Lebenslauf.“ Er empfiehlt, am besten gar keine Lücken zu lassen beziehungsweise im Zweifel eine möglichst konstruktive und positive Darstellung der Lücke, beispielsweise mit freiberuflicher Tätigkeit im Bereich X, Work & Travel oder einer künstlerischen Tätigkeit: „Hauptsache, du hast irgendetwas gemacht.“ In der Formulierung setzt er auf Klarheit und Ehrlichkeit: „Wer arbeitssuchend war, sollte auch ‚arbeitssuchend‘ schreiben, und wer sich in dieser Zeit fortgebildet hat, sollte das mit ‚fachlicher Weiterbildung & Qualifizierung XYZ‘ betonen.“
„Der Lebenslauf ist immer so individuell wie die Persönlichkeit selbst. Lücken sollten immer offensiv angegeben und eventuell mit einer Lernerfahrung verbunden werden“ – Christine Yildirim
Ähnlich wie ihre Kollegen und Kolleginnen sieht das auch Christine Yildirim: „Es kommt darauf an, welchen Namen man dieser Lücke gibt: Statt ‚arbeitslos‘ kann man zum Beispiel ‚Neuorientierung‘ schreiben. Das ist es ja auch in den meisten Fällen: eine Neuorientierung und Neuausrichtung, um die stimmige berufliche Herausforderung zu finden. Welche Weiterbildungen sind eventuell in dieser Zeit gemacht worden? Dies alles ist zu dokumentieren.“ Ein Lebenslauf sei, so erklärt Christine Yildirim, „immer so individuell wie die Persönlichkeit selbst: Lücken sollten immer offensiv angegeben und eventuell mit einer Lernerfahrung verbunden werden“. Weiterhin argumentiert sie: „Ist eine Lücke gut ‚verargumentiert‘, habe ich als Personaler:in keine Probleme, Lücken anzuerkennen, denn oftmals sind diese mit großen Entwicklungszeiten zu vergleichen: Wann lernt man am meisten im Leben? In Krisenzeiten. Also ist hier darauf zu achten, was in dieser Zeit reflektiert und gelernt wurde. Und das kann man dann in einem ‚kernprägnanten‘ Begriff formulieren.“
„Oft ist es lediglich eine Frage der ‚Sprachregel‘ bezüglich der jeweiligen Situation“ – Sylvia Reckel
Auch Sylvia Reckel sucht als Coach immer gemeinsam mit dem oder der Coachee eine individuelle Lösung: „Wichtig ist mir, dass sich die Coachees in der Kommunikation nach außen wohlfühlen. Dabei gibt es aus meiner Sicht für diese Erklärungen keine Patentrezepte. Das gilt nicht nur für den Lebenslauf, sondern auch für das Bewerbungsgespräch.“ Auch Sylvia Reckel empfiehlt auf jeden Fall, nicht die Unwahrheit über Lücken zu schreiben: „Oft ist es lediglich eine Frage der ‚Sprachregel‘ bezüglich der jeweiligen Situation. Das heißt: Wie formuliere ich einen bestimmten Sachverhalt psychologisch geschickt, damit er mir nicht zum Nachteil wird?“ So wird gemeinsam mit den Klienten und Klientinnen eine Lösung gesucht und gefunden – ein zentraler Punkt im INQUA Karriere-Coaching.
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Im INQUA Karriere-Coaching werden alle Kunden in sämtlichen Phasen der Lebenslauferstellung – vom Inhalt über das Layout bis hin zu konkreten Beispielen – konstruktiv unterstützt. Dabei werden sowohl der allgemeine aktuelle Standard als auch die Branche berücksichtigt und der Lebenslauf wird in seiner äußeren Form gemeinsam mit dem Kunden angepasst. INQUA bietet hierzu Arbeitsmaterialien und Mustervorlagen an, die es einfacher machen, die eigenen Daten darzustellen. Dazu zählen unter anderem von INQUA entwickelte, konkrete Lebenslaufbeispiele, ein kostenfreies E-Book sowie Medien- und Content-Tipps. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Reflexion der Berufsbiografie und die Aufdeckung neuer Möglichkeiten durch das Kompetenzprofil High Profiling®
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Über den Autor:

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.
Die Interviewten:
INQUA Karriere-Coach Petra Schreiber aus Frankfurt ist Expertin für Karriere-, Image- und Persönlichkeitsentwicklung mit über 25 Jahren Erfahrung als HR-Generalistin und HR-Managerin mit Führungsverantwortung.
INQUA Karriere-Coach Christine Yildirim aus Hannover ist Diplomverwaltungswissenschaftlerin und Lehrbeauftragte an der Leibniz Universität Hannover. Ihre Spezialgebiete: der Umgang mit Veränderungen sowie Begleitung bei Rollenwechseln und Lebensphasenübergängen.
INQUA Karriere-Coach Sylvia Reckel ist Systemische Coach aus Hannover und konzentriert sich als Arbeitswissenschaftlerin auf die Themen Personal und Führung sowie Wandel und Entwicklung von Organisationen.
INQUA Karriere-Coach Dr. Urte Hotje aus Hannover ist promovierte Chemikerin und als Coach der Wirtschaft und Business-Aufstellerin spezialisiert auf die strategische Karriereplanung und berufliche (Neu-)Orientierung.
Johannes Junker ist Coach in Berlin bei INQUA. Als kreativer Prozessbegleiter sorgt er für eine individuelle Ziel- und Visionsentwicklung.
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