Neue Jobchancen mit der Agentur für Arbeit
Du suchst einen neuen Job? Möglicherweise hast du deine Arbeit verloren oder selbst gekündigt. Vielleicht möchtest du dich jetzt neu orientieren und wünschst dir neue Perspektiven. Dein erster Gang sollte dich zur Agentur für Arbeit führen, denn dort kann dir geholfen werden – nicht nur durch die Vermittlung neuer Stellenangebote, sondern auch durch die Bewilligung einer Weiterbildung oder eines Karriere-Coachings. Doch wie funktioniert die Agentur für Arbeit eigentlich? Was muss ich wissen, um beispielsweise ein AVGS-Coaching zu beantragen? Schauen wir uns einige Dinge genauer an, getreu dem Motto: Wer seine Chancen kennt, kann sie besser nutzen. Mit der Kontaktaufnahme zur Agentur für Arbeit solltest du nicht zu lange warten, sondern dich innerhalb von drei Tagen nach Beginn der Arbeitslosigkeit melden. Das funktioniert unkompliziert – digital oder telefonisch. Wenn du noch in einem Beschäftigungsverhältnis bist, aber weißt, dass deine Tätigkeit bald endet, beispielsweise weil dir gekündigt wurde oder dein befristeter Arbeitsvertrag ausläuft, meldest du dich arbeitssuchend. Ein wichtiger Hinweis: Selbst wenn du keine finanziellen Leistungen von der Agentur für Arbeit beziehst, kannst du die Unterstützung bei der Jobsuche vollständig und kostenfrei nutzen. Für die meisten Menschen besteht der erste Schritt in der Beantragung von Arbeitslosengeld. Damit stellt sich zunächst die Frage:
Habe ich ein Recht auf Arbeitslosengeld?
Du hast Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn du in den 30 Monaten vor der Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt warst. Dabei können mehrere Beschäftigungen zusammengerechnet werden. Neben dieser Voraussetzung musst du dich bei deiner Agentur für Arbeit arbeitslos melden und bereit sein, eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 15 Stunden pro Woche aufzunehmen sowie aktiv mit der Agentur für Arbeit zusammenzuarbeiten. Das gilt auch, wenn du freiwillig in der Arbeitslosenversicherung versichert warst, zum Beispiel während einer Selbstständigkeit, wenn du ein Kind erzogen hast (bis zum 3. Lebensjahr), Krankengeld bezogen hast oder den freiwilligen Wehrdienst beziehungsweise einen Bundes- oder Jugendfreiwilligendienst geleistet hast. Wenn du häufig befristet beschäftigt warst, kann eine verkürzte Anwartschaftszeit – so lautet der Fachbegriff für den Anspruch auf Arbeitslosengeld – gelten. Dann genügen mindestens 6 Monate versicherungspflichtige Beschäftigung innerhalb der 30 Monate vor der Arbeitslosmeldung, sofern die meisten Beschäftigungen auf höchstens 14 Wochen befristet waren. Wie du Arbeitslosengeld beantragen kannst, wird auf der Website der Agentur für Arbeit einfach und nachvollziehbar erklärt.
Wie verläuft die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit?
Selbstverständlich erhältst du zunächst eine ausführliche Beratung durch deine:n zuständige:n Arbeitsvermittler:in. In der Regel wird er oder sie auch einen gründlichen Blick auf deine Bewerbungsunterlagen werfen. Nun ist deine Initiative in Form der sogenannten Eigenbemühungen gefragt. Diese solltest du gegenüber der Arbeitsvermittlung beispielsweise durch eine Liste deiner Bewerbungen oder durch Kopien eingereichter Bewerbungen nachweisen. Der Umfang und die Form der Nachweise deiner Eigenbemühungen werden in der sogenannten Eingliederungsvereinbarung festgehalten – also in dem Vertrag zwischen dir und der Agentur für Arbeit. Diese Nachweise dokumentieren, was du konkret unternommen hast, um deine Arbeitslosigkeit zu beenden – in der Praxis sind das vor allem deine Bewerbungen. INQUA Karriere-Coach Johannes Junker erläutert dazu:
„Dazu zählen sowohl die Recherche und Bewerbungen auf selbst gefundene Stellen – sogenannte Initiativbewerbungen – als auch Bewerbungen auf Stellenangebote, die dir deine Arbeitsvermittlung vorschlägt und auf die du zeitnah reagieren solltest. Ebenso gehören dazu die Vorbereitung einer geplanten Selbstständigkeit, der Wunsch nach einem Karriere-Coaching oder einer Weiterbildungsmaßnahme, die Nutzung digitaler Jobbörsen, die Auswertung von Stellenanzeigen in Tageszeitungen oder der Besuch von analogen Jobbörsen und Fachmessen.“
Wie kann ich ein Karriere-Coaching beantragen?
Wie erhalte ich eine Weiterbildung?
Ähnliches gilt für den Wunsch nach einer Weiterbildung. Johannes Junker empfiehlt hierzu: „Ganz generell gilt, hierfür sehr gut vorbereitet in die ausführliche Beratung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zu gehen. Das heißt, du solltest alle entsprechenden Unterlagen dabeihaben, dazu zählen Zeugnisse deiner bisherigen beruflichen Ausbildungsabschlüsse sowie Arbeitszeugnisse, aus denen hervorgeht, welche beruflichen Erfahrungen bislang gemacht worden sind, eventuelle bisherige Weiterbildungen sowie ein ausführlicher und tabellarischer Lebenslauf. Der Werdegang muss gut nachvollziehbar sein und mit den Arbeitszeugnissen übereinstimmen.“ Wichtig für die Bewilligung einer Weiterbildung ist auch eine ausführliche Dokumentation der bisherigen Eigenbemühungen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, entweder als Liste oder in Form entsprechender Kopien der Unterlagen. „Kann im Kontext der Absagen interpretiert werden, dass Qualifikationen fehlen, so wird das letztendlich in die Argumentation für die Bewilligung der Maßnahme einfließen“, führt Johannes Junker weiterhin aus. „Bestehen möglicherweise sogar Hinweise darauf, dass es zu deinem gegenwärtigen beruflichen Profil gar keinen entsprechenden Arbeits- und Beschäftigungsmarkt in deiner Region mehr gibt? Hier greift das Argument des Strukturwandels, so wie es im Qualifizierungschancengesetz und in der nationalen Weiterbildungsstrategie steht.“ In diesem Anfang 2019 verabschiedeten Qualifizierungschancengesetz sind neue Weiterbildungsmöglichkeiten festgelegt, um die Chancen für Qualifizierung zu stärken und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung zu sorgen. Im Prinzip wird bei einer Weiterbildung nach der sogenannten Berufsverwandtschaft geschaut, doch es gibt auch Ausnahmen, beispielsweise, wenn ein Beruf keine Zukunft mehr hat – Stichwort Strukturwandel.
Wo finde ich die Weiterbildungsangebote?
Über den Autor:
Dr. Martin Hertkorn ist promovierter Soziologe, Seniorcoach (DBVC) und gründete 1997 das INQUA-Institut für Coaching in Berlin. Als Coach und Leiter des INQUA-Instituts ist er Experte für die Methodik, den Aufbau und die stetige Weiterentwicklung des Karriere-Coachings. Die von ihm entwickelten Methoden High Profiling® und die Ressourcenorientierte Genogrammarbeit stellen bis heute die zentralen Bausteine des INQUA Karriere-Coachings dar.
Mehr Informationen zum INQUA Karriere-Coaching
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Ressourcenorientierte Genogrammarbeit im Karriere-Coaching
Infos zur Agentur der Arbeit finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden