Aktualisiert:14.08.2026
Veröffentlicht:24.02.2022
Lesezeit:9 Min

Autor:in: Johannes Gramß

Beitrag teilen

Neuorientierung im Job – Warum jetzt die beste Zeit ist

„Ein neuer Job muss her, und zwar am besten sofort“ – so lautet in der Pandemie ein weitverbreiteter Impuls. Doch wie sehen die Chancen für eine berufliche Neuorientierung wirklich aus und warum ist ein Karriere-Coaching jetzt die beste Investition in die eigene Zukunft?

Der Winter war lang, die Pandemie schien kein Ende zu nehmen und Unzufriedenheit machte sich breit. So manch einer/eine kam ins Grübeln und fragte sich: Ist das, was ich tue, eigentlich das Richtige für mich? Gerade jetzt, da das Abflachen der Pandemie nahe scheint und ein Hauch von Frühling in der Luft liegt, verstärkt sich bei vielen der Wunsch nach Aufbruch und Veränderung. Ging beziehungsweise geht es dir auch so? Du bist nicht allein: Eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing zeigt, dass derzeit gut jeder/jede dritte Erwerbstätige – genauer gesagt 37 Prozent – offen dafür ist, den Job zu wechseln. Ist jetzt also die Gelegenheit, sich einen eventuell schon lang gehegten Traum zu erfüllen und sich beruflich neu auszurichten? Zweifelsohne kann in diesem Moment ein Karriere-Coaching für die berufliche Zukunft und für eine mögliche Neuorientierung die beste Wahl sein.

Die Pandemie als Treiber für die berufliche Neuorientierung

Die Forsa-Umfrage untersucht seit zehn Jahren regelmäßig die Zufriedenheit von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und die Gründe für einen Jobwechsel. Fakt ist, dass die Pandemie diesen Wunsch nach beruflicher Neuorientierung bestärkt. Karriere-Coaches erleben in den letzten beiden Jahren, das heißt seit Beginn der Coronakrise, einen regelrechten Ansturm rund um die berufliche Neuorientierung und den Wunsch nach Veränderung der Karriere. „Viele Menschen fühlen sich ausgebrannt durch die neuen Anforderungen und sehnen sich nach etwas Neuem“, weiß Johannes Junker zu berichten. „Während für manche in den letzten beiden Jahren das Homeoffice zu einer Offenbarung wurde und als bereichernd und zukunftsweisend empfunden wird, fühlen sich andere aufs Abstellgleis geschoben und verspüren den dringenden Impuls, ihr Berufsleben zu verändern. Und nicht wenige Menschen tragen sich schon länger mit dem Gedanken einer beruflichen Veränderung und sind nicht so zufrieden mit ihrer Arbeit, wie sie es sein könnten. Sie fühlen sich nicht ausreichend wertgeschätzt in ihrer Leistung, ungenügend vergütet oder auch über- beziehungsweise unterfordert, die Gründe sind vielfältig.“ So ist die Coronakrise entweder ausschlaggebend oder aber ein Treiber für einen beruflichen Wandel. Unter Umständen ist die berufliche Veränderung auch gar nicht freiwillig und Kurzarbeit, Einbrüche in der Auftragslage oder drohende Kündigung zwingen zu einem Neustart.

Was sind also die Gründe für eine Neuorientierung im Job?

Frau am Rechner bei beruflicher Neuorientierung während Corona

Laut der Forsa-Studie ist für 40 Prozent der Wechselwilligen die Hoffnung auf ein höheres Gehalt entscheidend. 38 Prozent sind mit der Geschäftsführung ihres Unternehmens unzufrieden und 30 mit ihrem direkten Vorgesetzten. Fast ein Drittel ist nicht glücklich mit der Tätigkeit an sich und möchte lieber eine andere Beschäftigung ausüben. Jeder/jede Vierte bemängelt einen fehlenden Sinn im Job. Auffällig ist, dass besonders Frauen wechselbereit und offen für Neues sind, und zwar 38 Prozent der Befragten (im Vorjahr noch 32 Prozent). Besonders groß ist die Bereitschaft zum Wechsel unter den 30- bis 39-Jährigen. Die Untersuchung zeigte auch, dass ebenfalls jeder/jede Vierte sogar kündigt, ohne eine neue Arbeitsstelle in Aussicht zu haben. Befragt wurden über 2.500 Arbeitnehmer:innen, von denen 1.000 aus Deutschland und der Schweiz kamen und der Rest aus Österreich. Jeder/jede Zehnte unter den Befragten hat seit der Coronakrise seinen/ihren Job gewechselt; unter den befragten Frauen sah sich fast ein Drittel durch die Pandemie zu diesem Schritt veranlasst. Dabei fällt der zunehmend kritische Blick auf, ob das Unternehmen seine Angestellten während der Coronakrise korrekt behandelt hat, aber auch grundsätzlich, ob die Art des Jobs, der Sinn, die Bedingungen und Voraussetzungen – eigentlich das gesamte Wesen der eigenen Tätigkeit – noch passen und für die nächsten Jahre vorstellbar und wünschenswert sind.

Kein Grund zur Resignation

In den USA, wo derzeit so viele Menschen kündigen wie nie zuvor, hat dieser Trend sogar schon einen Namen: The Great Resignation. Ein Trend, der sich nun auch in Deutschland beobachten lässt: Immer mehr Menschen tragen sich mit dem Gedanken an einen Jobwechsel und sind schneller bereit, Taten folgen zu lassen. Das Wort „Resignation“ sollte hierbei jedoch nicht überbewertet werden. „Tatsache ist, dass es trotz der Pandemie in vielen Branchen mehr neue Jobs gibt denn je. Das gilt vor allem für Akademiker und Akademikerinnen, denn in besser bezahlten Jobs macht sich der Fachkräftemangel besonders bemerkbar“, so Johannes Junker. Im Prinzip macht die derzeitige Lage deutlich, dass ein Wandel auf dem Arbeitsmarkt vom Anbieter- zum Nachfragemarkt stattfindet. Wer den beruflichen Neustart wagt – sei es, um sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen, oder auch aufgrund von finanzieller Notwendigkeit –, sollte jedoch so einiges beachten und sich im Vorfeld Gedanken machen. „Bitte nichts überstürzen, am besten erst planen und dann kündigen“, empfiehlt der Karriere-Coach.

Wie gelingt die Neuorientierung im Job?

Zunächst solltest du dir zwei zentrale Fragen bewusst machen: Erstens: Was kannst du, welche Kompetenzen bringst du mit? Und zweitens: Was erwartest du – welche Unternehmens- und Führungsstruktur passt zu dir und welche Rolle möchtest du darin einnehmen?

Doch wie erkennst du überhaupt neue berufliche Optionen und wie triffst du die richtigen Entscheidungen? Genau diese Fragen werden im Karriere-Coaching gemeinsam mit einem/einer Coach:in bearbeitet. Die klare Identifikation und präzise Definition deiner fachlichen und sozialen Kompetenzen sowie deines verborgenen Potenzials spielen dabei eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu deinem Traumjob.

Das INQUA-Institut ist seit über 20 Jahren auf die Begleitung von Akademiker:innen, Fach- und Führungskräften spezialisiert. Zentrale Bestandteile des INQUA Karriere-Coachings sind das wissenschaftlich fundierte Verfahren High Profiling® sowie die Ressourcenorientierte Genogrammarbeit. Auf Basis eines biografieorientierten Ansatzes werden deine Qualifikationen, Interessen und Werte systematisch herausgearbeitet. So erkennst du, wie du dein individuelles berufliches und soziales Potenzial gezielt entfalten kannst – und lernst gleichzeitig, familiär geprägte Hürden zu reflektieren und mögliche Stolpersteine auf deinem Karriereweg zu überwinden.

Durchstarten mit einem Karriere-Coaching

Welche Unternehmen zu dir passen, wie deine Chancen in verschiedenen Branchen stehen und wie du deine Stärken überzeugend präsentierst – dabei unterstützt dich einem/einer Karriere-Coach individuell, professionell und praxisnah in deiner beruflichen Neuorientierung.

Zentrale Bausteine sind dabei ein strategischer Netzwerkaufbau, ein aussagekräftiges Profil auf Plattformen wie Xing und LinkedIn sowie der gezielte Umgang mit relevanten Online-Jobbörsen. Gerade für hochspezialisierte Fach- und Führungskräfte lohnt es sich zudem, Initiativbewerbungen aktiv in Betracht zu ziehen.

Statt allein im Homeoffice zu grübeln, kann ein Coaching genau jetzt der richtige Schritt sein – flexibel online, ortsunabhängig oder klassisch vor Ort. Bundesweit stehen dir über 100 zertifizierte INQUA Karriere-Coaches zur Verfügung. Auch ein Karriere-Coaching in englischer Sprache ist mittlerweile möglich. Das digitale INQUA Karriere-Coaching setzt dabei neue Maßstäbe für Akademiker:innen, Fach- und Führungskräfte.

Fehlt der neutrale Blick von außen, besteht die Gefahr, vorschnell zu handeln – etwa aus einer aktuellen Unzufriedenheit heraus den Job zu wechseln, ohne die eigentlichen Ursachen zu reflektieren. Das kann dazu führen, dass sich ähnliche Probleme im neuen Arbeitsumfeld wiederholen oder die eigenen Potenziale nicht ausreichend zur Geltung kommen.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen zudem: Der eigentliche Grund für eine Kündigung liegt häufig tiefer als der zunächst wahrgenommene Auslöser. Eine fundierte Begleitung in der beruflichen Neuorientierung ist daher von großem Wert – und eine nachhaltige Investition in deine berufliche und persönliche Zukunft.

Über den Autor:

Johannes Gramß
Johannes Gramß

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.

Letzte Beiträge

NEU Gut vorbereitet zur Jobmesse – Mit dieser Strategie holst du das Maximum aus den Karrieretagen
Podcast|06.08.2026

Gut vorbereitet zur Jobmesse – Mit dieser Strategie holst du das Maximum aus den Karrieretagen

Du gehst auf eine Karrieremesse, weißt aber nicht, wie du ins Gespräch kommst? Erfahre, wie du dich vorbereitest, authentisch auftrittst und aus einem kurzen Austausch eine echte berufliche Perspektive entstehen lässt.

Job Crafting bei der Jobsuche: Warum formbare Stellen oft wertvoller sind als der perfekte Traumjob
Artikel|20.07.2026

Job Crafting bei der Jobsuche: Warum formbare Stellen oft wertvoller sind als der perfekte Traumjob

Du suchst deinen Traumjob, findest aber seit Monaten keine Stelle, die wirklich passt? Job Crafting eröffnet einen anderen Blick: Statt weiter auf den perfekten Job zu warten, kannst du gezielt nach einer Stelle suchen, die du Schritt für Schritt mitgestalten kannst. In diesem Artikel erfährst du, wie du formbare Jobs erkennst, welche Fragen im Vorstellungsgespräch helfen und wie du deine berufliche Zufriedenheit aktiv stärkst.

Share to...