Inhalt:
1. Bauen Sie eine Brücke des Selbstvertrauens2. Die Arbeitssuche als Prozess begreifen3. Motivation behalten mit der richtigen inneren Haltung4. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Sie sind einzigartig!5. Aufstehen, Krone richten – und professionell unterstützen lassenScheitern bei der Jobsuche ist eine Chance – vorausgesetzt, wir lernen aus unseren Fehlern
Niemand durchläuft ein Berufsleben frei von Pleiten, Pech und Pannen. Eine Absage bei der Bewerbung, ein nicht verlängerter Vertrag oder die nicht bestandene Probezeit, Arbeitslosigkeit, Lücken im Lebenslauf, ein erfolgloses Projekt – Niederlagen kratzen an unserem Selbstwertgefühl. Sie demoralisieren uns und lassen uns verunsichert innehalten. Kaum zu glauben, aber wahr: Rund 80 bis 90 Prozent aller Start-ups scheitern, trotz teils genialer Geschäftsideen. Doch Tatsache ist auch: Viel Neues entsteht, wenn Menschen scheitern. Denn wer Fehler macht, lernt sich selbst besser kennen, verändert seine Strategie und wagt neue Wege. Dadurch entwickeln wir uns weiter. Alles, was wir dafür brauchen, ist: Motivation! Doch wie behalten wir trotz Rückschlägen unsere Motivation bei der Jobsuche und bei der Bewerbung?
1. Bauen Sie eine Brücke des Selbstvertrauens
Zunächst einmal: Scheitern ist normal – und bringt uns weiter. Vorausgesetzt, wir stecken nicht den Kopf in den Sand, sondern betrachten unsere vermeintliche Niederlage als Ausgangspunkt für eine neue Chance. Wer einen Karriereknick erlebt, durchläuft in der Regel vier Phasen:
- Phase 1: Schock
- Phase 2: Verdrängung durch die Hoffnung, dass alles wieder gut wird
- Phase 3: Trauer
- Phase 4: Akzeptanz
Gerade in der Phase der Trauer ist es wichtig, eine „Brücke des Selbstvertrauens“ zu bauen und sich nicht zu verkriechen. Dann kann es wieder aufwärtsgehen. INQUA Karriere-Coach Birgit Rüdesheim aus Berlin bekräftigt, wie bedeutsam es ist, mit dieser Erfahrung nach außen zu gehen: „Reden Sie mit anderen und Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen scheitern!“ Genauso wichtig sind ihre folgenden Empfehlungen: „Reflektieren Sie das Erlebte, werten Sie es aus und stellen Sie sich die Frage: Wozu war das gut? Und vor allem: Verändern Sie den Blickwinkel, schauen Sie genau hin: Was habe ich gelernt? Wofür war das hilfreich? Wo ist mein blinder Fleck?“
Die Kompetenz, mit (vermeintlichem) Scheitern und Krisen umzugehen, heißt Resilienz und ist eine Art innere Stärke, die uns Widerstand entwickeln lässt, indem wir optimistisch und kreativ bleiben, nach Lösungen suchen und uns gegebenenfalls helfen lassen. Resiliente Menschen behalten ihre Motivation. Dabei ist diese Resilienz eine immer wichtiger werdende Eigenschaft, die eng an die zunehmend von der Arbeitswelt geforderte Flexibilität gekoppelt ist: Jobs sind nicht mehr so starr und endgültig wie früher. Alles unterliegt einem ständigen Wandel und somit steigen auch die Fehlerquote und die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schiefläuft.
2. Die Arbeitssuche als Prozess begreifen
Speziell die Arbeitsuche kann für viele Menschen zur großen Belastung werden. Viele setzen sich selbst zu sehr unter Druck, oft mit unbefriedigenden Ergebnissen. INQUA Coach Simone Eva Schüler aus Berlin erläutert im Interview, warum die Arbeitssuche ein planbares Projekt ist und warum diese Perspektive hilft, Druck abzubauen und mit Rückschlägen konstruktiv umzugehen. Sie vergleicht die Jobsuche mit den Runden eines Langstreckenläufers, der seine Ressourcen immer wieder neu motivieren und aktivieren muss: „Diese Runden kommen den Schleifen, die wir auf unserer Arbeitssuche drehen, sehr nah. Somit ist es von Bedeutung, dass ich die Suche nach einem neuen Job als Prozess verstehe, bei dem ich auf ganz vielen unterschiedlichen Ebenen und aus mehreren Perspektiven meine Zielsetzungen und Entwicklungszustände betrachten kann. Frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. So können die eigenen Entscheidungen immer wieder revidiert und an neue Erkenntnisse angepasst werden. Denn wer die Arbeitssuche als Prozess und eigenständiges Projekt betrachtet, erkennt auch seine Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. Simone Eva Schülers Fazit: „Wenn ich mich Frau/Herr dieser Lage fühle und mir die Planbarkeit vor Augen führe, nimmt das den Druck aus dem gesamten Prozess, weil ich mit den Herausforderungen dieser Lage aktiv umgehen kann.“
3. Motivation behalten mit der richtigen inneren Haltung
Selbst wenn die Bewerbung nicht auf Anhieb klappt: „Gescheit“ scheitern beginnt damit, sich selbst zu verzeihen. Das bedeutet, sich immer wieder klarzumachen, dass Ihr individueller Wert als Mensch und Arbeitskraft erhalten bleibt. Er verringert sich nicht durch eine Niederlage. „Machen Sie sich all Ihre Erfolge aus Ihrem ganzen Leben bewusst“, empfiehlt auch INQUA Karriere-Coach Sabine Letzner aus Berlin. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung: „Eine positive Grundeinstellung nach dem Motto ‚Wer nichts wagt, der nicht gewinnt’ ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeitssuche.“ Fragen Sie sich: Was sind meine Stärken? Was habe ich bis jetzt erreicht und welche Aufgaben und Krisen habe ich bereits bewältigt? Nun werfen Sie einen konstruktiv-kritischen und, so gut es geht, realistischen Blick auf sich selbst, so als würden Sie sich von außen betrachten. Anschließend analysieren Sie, warum es diesmal schiefgegangen ist. Versuchen Sie, zu Ihrem Scheitern zu stehen, ohne allzu hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen oder in eine Opferrolle zu verfallen. Sollten Sie von Emotionen überwältigt werden, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren, und seien Sie gewiss: In ein paar Tagen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. „Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie alles aus dem Scheitern lernen können, und freuen Sie sich darauf, denselben Fehler nicht zu wiederholen“, rät Dr. Martin Hertkorn, Gründer und Leiter des INQUA-Instituts. „Wichtig ist, eine positive innere Haltung gegenüber Fehlern, Krisen und Brüchen einzunehmen. Krisen können uns stärker machen und unser Bewusstsein schärfen, indem wir überkommene Werte und Verhaltensmuster hinterfragen und uns neu ausrichten“, so Hertkorn weiter. Für das Prinzip Zuversicht empfiehlt der Senior-Coach eine einfache Methode, die jeder selbst ausprobieren kann: „Ich male mir einen beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft aus, zu dem sich alles nach meinen Wünschen entwickelt hat. Ich beschreibe diesen Tag in der Form, als würde ich einem alten Freund erzählen, wie ich diesen Tag gestaltet habe. Ein solches Bild strahlt eine starke Kraft aus. In einem zweiten Schritt beschreibe ich die Zwischenstufen, die mich dorthin geführt haben.”
4. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Sie sind einzigartig!
Auch INQUA Karriere-Coach Iris Jacobs aus Ludwigsburg weiß: „Wenn wir arbeitssuchend sind oder es im Job nicht gut läuft, leidet häufig unser Selbstbewusstsein. Der Grund ist, dass es in unserer Gesellschaft üblich ist, uns und andere über den Beruf zu definieren. Wir werden unsicher und trauen uns keine schwierigen Aufgaben zu. Was wir über uns denken, bestimmt dabei unseren Selbstwert. Doch diese Gedanken lassen sich steuern und der Weg zu einem gesunden Selbstbewusstsein ist erlernbar.“ Sie empfiehlt: „Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken und vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Sie sind einzigartig!“ Im Interview erläutert Simone Eva Schüler eine sehr wirksame Strategie, wie Sie sich Ihre Selbstzweifel bewusst machen und durch eine Fokussierung auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten ersetzen und so das „negative Kopfkino“ überwinden können. Vertrauen Sie auf sich, auf Ihre positiven Eigenschaften und Ihr Können. Zum Beispiel, indem Sie sich Ihre bisherigen Erfolge ins Gedächtnis rufen oder andere fragen, was diese an Ihnen schätzen. Wer sich selbst einige gezielte Fragen stellt – und diese einschließlich der Antworten am besten aufschreibt –, begibt sich auf einen konstruktiven und leichter als gedachten Weg zu neuem Selbstbewusstsein.
5. Aufstehen, Krone richten – und professionell unterstützen lassen

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