Veröffentlicht:14.05.2024
Lesezeit:11 Min

Autor:in: Johannes Gramß

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Souverän zum neuen Job: 10 Tipps für dein Bewerbungsgespräch

Wenn du eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommst, ist das eine gute Nachricht: Deine Bewerbung hat Eindruck gemacht und man möchte dich persönlich kennenlernen. Diese große Chance kann aber auch Stress auslösen. Wir haben 10 Tipps für dein Bewerbungsgespräch zusammengestellt, damit du deine Aufregung in Vorfreude umwandeln kannst.

1. Sammle Informationen zum Unternehmen

Die Webseite, insbesondere der Karriere-Bereich, liefert oftmals wichtige Informationen für das anstehende Bewerbungsgespräch. Ganz sicher hast du das Unternehmen schon vor dem Absenden deiner Bewerbung genau unter die Lupe genommen. Jetzt ist die Gelegenheit, dein Wissen aufzufrischen.

Wichtig: Bereite deine Fragen zum Unternehmen und zum Arbeitsbereich der ausgeschriebenen Position schriftlich vor und nimm sie mit ins Gespräch.

Eine weitere Informationsquelle ist der Pressebereich des Unternehmens. Gab es in der jüngsten Vergangenheit Veränderungen, Übernahmen, Initiativen? Natürlich sind auch die sozialen Medien eine ergiebige Quelle. Konzentriere dich bei deiner Recherche nicht nur auf die unternehmenseigenen Auftritte, sondern lies dir auch die Bewertungen anderer Bewerber:innen auf Bewertungsplattformen wie kununu oder Glassdoor durch.

 

2. Übe deine Selbstpräsentation

Deine Selbstpräsentation im Vorfeld zu üben, gibt dir Sicherheit. „Erzählen Sie doch erst einmal etwas über sich“ – diese Aufforderung ist ein gern genommener Gesprächsöffner. Was im ersten Moment einfach klingt, will doch geübt werden. Bei der Beantwortung geht es darum, die richtige Balance zwischen sogenannten harten und weichen Fakten zu finden.

 

Selbstpräsentation vor dem Spiegel üben

Die harten Fakten stehen in deinem Lebenslauf und wurden von den Gesprächsteilnehmer:innen im besten Fall sorgfältig gelesen. Trotzdem solltest du sie aufgreifen und um softe Fakten ergänzen. Gib deinen Gesprächspartner:innen die Gelegenheit, dich kennenzulernen. Warum hast du dich für ein bestimmtes Studienfach entschieden? Was hat dir bei welchem Unternehmen besonders gut gefallen? Was waren Gründe für vorangegangene Jobwechsel?

Formulierungshilfen für die Selbstpräsentation:

  • „Ich habe den Eindruck, dass ich meine gesammelten Erfahrungen in dieser Position wirklich gut einsetzen und auch weiter ergänzen kann.“
  • „Ich finde Ihr Konzept beeindruckend, deshalb möchte ich Teil Ihres Teams werden.“
  • „Ich identifiziere mich mit den Zielen Ihrer Organisation und möchte gern dazu beitragen, diese zu erreichen.“

Weitere Tipps zur Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch findest du in unserer Podcast-Folge zu kniffligen Fragen im Vorstellungsgespräch.

 

3. Haltung und Souveränität zeigen

In einem Vorstellungsgespräch trittst du nicht als Bittsteller:in auf. Das Unternehmen hat etwas zu bieten – vielleicht sogar deinen Traumjob –, aber es braucht auch ganz dringend jemanden, der diesen Job antritt.

Tipp: Achte während des Gesprächs darauf, die Körpersprache deines Gegenübers zu spiegeln, so stellst du eine gute Verbindung her. Das subtile Kopieren der Körpersprache, zum Beispiel der Beinhaltung, drückt Sympathie aus und passiert häufig von ganz alleine, wenn du dich wohlfühlst. Ziele des Vorstellungsgesprächs sollten sein: gegenseitiges Kennenlernen, ein Austausch von Fakten zur Position sowie das Besprechen der gegenseitigen Erwartungen. Geh mit einem starken Mindset in das Gespräch, damit du am Ende eine klare Antwort auf die Frage hast: „Passen wir zusammen und möchte ich diese Stelle antreten – ja oder nein?“.

 

4. Was motiviert dich?

Zeig im Bewerbungsgespräch, was du kannst und wie das Unternehmen von dir profitieren kann. Grundsätzlich geht deine Motivation, die ausgeschriebene Stelle zukünftig anzutreten, aus deiner Bewerbung hervor – allerdings in Kurzform. Im Vorstellungsgespräch kannst du diesen Part ergänzen.

Typische Fragen, die hierzu gestellt werden können:

  • „Warum wollen Sie ausgerechnet hier arbeiten?“
  • „Was hat Sie an unserem Stellenangebot besonders angesprochen?“
  • „Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für unser Unternehmen in den nächsten Jahren?“
  • „Wo sehen Sie sich in fünf oder zehn Jahren?“

Greif Punkte aus der Anzeige auf, um zu zeigen, dass du gut auf diese Stelle passt. Sprich weniger von dir als vielmehr davon, wie das Unternehmen von dir profitieren kann. Leite damit geschickt zu dem Gesprächsteil über, in dem du deinen Mehrwert für das Unternehmen vermittelst.

 

Selbstbewusst und mit Motivation

5. Zeig, was du kannst

Wenn du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, kannst du davon ausgehen, dass der Arbeitgeber von deiner fachlichen Kompetenz (fast) überzeugt ist. Jetzt kannst du mit deiner Persönlichkeit und deiner Selbstpräsentation überzeugen. Den Interviewenden geht es nun darum, deine Angaben zu deiner Qualifikation und deinen Erfahrungen punktuell zu überprüfen und eventuelle Zweifel auszuräumen. Dazu werden gern situative Fragen gestellt, die sich auf deine berufliche Vergangenheit beziehen.

Das ist die Gelegenheit, deinen Mehrwert als Person für das Unternehmen darzustellen. Leg dir dazu in der Vorbereitung Situationen aus deinem Berufsleben zurecht, in denen du mit Herausforderungen konfrontiert warst, und erzähl, wie du sie erfolgreich meistern konntest.

 

6. Was sind deine Stärken und Schwächen?

In jedem Vorstellungsgespräch kommt früher oder später der Moment, in dem man dich nach deinen Stärken und Schwächen fragt. Gib etwas von dir preis, berichte aktiv und selbstbewusst von deinen Stärken. Zähl nicht nur Schlagworte auf, sondern vermittle sie in einer Geschichte: Wann habe ich mit dieser Stärke einen Erfolg gehabt? Wie arbeite ich daran, dass eventuelle Schwächen mir nicht mehr im Weg stehen? Beantworte dir diese Punkte im Vorfeld, um dich gut vorbereitet zu fühlen. Hier findest du unsere Tipps, wie du auf die Frage nach deinen Schwächen im Bewerbungsgespräch gut reagieren kannst.

 

In einer sich ständig wandelnden Arbeitslandschaft ist es von entscheidender Bedeutung, Schritt zu halten und sich mit den neuesten Technologien vertraut zu machen. Ein Bereich, der in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die künstliche Intelligenz (KI). Unternehmen setzen KI-Algorithmen unter anderem ein, um ihre Prozesse zu optimieren und Daten effektiver zu analysieren. Als Bewerber:in ist es daher von großem Vorteil, ein grundlegendes Verständnis für KI und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt zu entwickeln. Während eines Bewerbungsgesprächs kannst du deine Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung und dein Interesse an innovativen Technologien betonen, indem du über deine Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit KI sprichst.

 

7. Interesse zeigen und Fragen stellen im Bewerbungsgespräch

Meistens bekommst du gegen Ende des Bewerbungsgesprächs die Gelegenheit, Fragen über das Unternehmen, die Stelle oder die Mitarbeitenden zu stellen. Stich aus der Masse hervor, indem du originelle Fragen stellst und echtes Interesse zeigst. Denkbar sind Fragen zur Unternehmensstrategie, zu Konditionen, zu Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zum Umgang mit Fehlern oder dem Grund, warum die Stelle frei geworden ist. Aber auch Fragen zur Erwartungshaltung sind hier angebracht: „An welchen Kriterien wird mein Erfolg in der ausgeschriebenen Position gemessen?“

Schreib dir deine Fragen auf und nimm deine Notizen ins Gespräch mit. Das macht einen guten Eindruck, weil es zeigt, dass du dich vorbereitet hast. Wenn das Gespräch weniger nach einem festen Schema, sondern mehr dialogisch abgelaufen ist, wirst du vielleicht feststellen, dass am Ende bereits alle deine Fragen beantwortet sind. Das solltest du deinem Gegenüber nach einem Blick auf deine Notizen mitteilen.

 

Begrüßung im Vorstellungsgespräch

8. Jetzt geht’s ans Eingemachte: die Gehaltsverhandlung

In vielen Fällen wird eine erste Angabe zu deiner Gehaltsvorstellung bereits im Bewerbungsanschreiben verlangt. Dem Unternehmen ist die Summe, die du aufrufen willst, bekannt. Trotzdem wird im Gespräch gern nachgehakt. Hier wird in der Regel nach dem Brutto-Jahresgehalt gefragt. Nenn keine Spanne oder das persönliche Minimum, sondern einen Betrag, von dem du dich noch ein wenig nach unten bewegen kannst. Halte Augenkontakt, während du den Betrag nennst, und sprich danach nicht weiter, sondern warte ab, bis dein Gegenüber sich dazu äußert. Hier findest du weitere Tipps zur Gehaltsverhandlung.

Zu einer richtigen Verhandlung kommt es im ersten Gespräch meist noch nicht. Sei trotzdem darauf vorbereitet, dass es Rückfragen gibt. Du solltest wissen, was branchenüblich in der Region für diese Stelle für jemanden mit deiner Erfahrung gezahlt wird. Beachte das Gesamtpaket: Wie viele Urlaubstage und eventuelle Weiterbildungstage bekommst du? Was bietet dir das Unternehmen noch an Benefits, die ein etwas geringeres Gehalt ausgleichen?

9. Bleib in Erinnerung

Erkundige dich, bis wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst, und kommuniziere bis zum Schluss freundlich, aber professionell. Und noch ein wichtiger Tipp: Schick nach dem Bewerbungsgespräch am selben oder am nächsten Tag eine E-Mail an alle Gesprächsteilnehmer:innen und bedank dich für das angenehme Gespräch.

Bekräftige, dass du gerne in diesem Unternehmen und dem Team arbeiten möchtest. Wenn du so eine E-Mail nicht versendest, kann das den Eindruck erwecken, dass du kein Interesse an der Stelle hast.

 

Freundlicher Bewerber mit Laptop in Stuhlreihe

10. Mehr Unterstützung nötig? Bewerbungsgespräch-Coaching kann helfen

Manchmal helfen auch die besten Tipps nicht gegen die eigene Unsicherheit. Wenn das bei dir der Fall ist, hol dir Unterstützung. Vielleicht ist ein/eine Coach:in für Bewerbungsgespräche das Richtige für dich? Beim INQUA-Institut findest du Coaches mit der passenden Expertise. Hier kannst du von der wissenschaftlich erprobten Methode des High Profiling® profitieren: einem Coaching-Instrument, das dir deine fachlichen und sozialen Stärken bewusst macht. Mit deinem/deiner Coach:in kannst du dich konkret auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten. Das Karriere-Coaching, das du auch online in Anspruch nehmen kannst, wird von der Arbeitsagentur mit einem AVGS-Gutschein als AVGS-Coaching zu 100 % gefördert.

Wir wünschen dir viel Erfolg!

 

Tipps fürs Bewerbungsgespräch

  1. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete
  2. Übe deine Selbstpräsentation
  3. Sei ehrlich und authentisch
  4. Kenn deinen Wert und zeig ihn
  5. Sei interessiert und stell Fragen
  6. Halte immer wieder Augenkontakt
  7. Vermittle Selbstsicherheit durch deine Körpersprache
  8. Überleg dir vorher, was du bzgl. Gehalt erwartest
  9. Ruf dich mit einer E-Mail nach dem Gespräch ins Gedächtnis
  10. Nutze professionelle Hilfe bei Unsicherheiten

 

Über den Autor:

Johannes Gramß
Johannes Gramß

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.

Weitere Links zum Thema:

Assessment-Center Übungen: In 7 Tagen fit für deinen Erfolg

Aus der Arbeitslosigkeit in den neuen Job! – Strategien, um die Motivation im Bewerbungsprozess zu erhalten

INQUA Karriere-Coaching – So funktioniert’s – Info-Film zu unseren biografieorientierten Methoden

 

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