„Der erste Eindruck ist entscheidend – und der letzte bleibt“ – INQUA Job-Coach Marisa Adenaw

In dieser Folge von COACHGEFLÜSTER läuft alles ein bisschen anders: Zwar ist Johannes Junker, Coach und Head of Communications am INQUA-Institut, wie gewohnt Gastgeber des Podcasts – er gibt die Gesprächsleitung aber an Marisa Adenaw ab. Marisa ist Karriere-Coach und Rhetorik-Trainerin. Im Rollenspiel mit Johannes als Bewerber simuliert sie den Einstieg in ein Vorstellungsgespräch und gibt dabei einen Einblick in ihre Coaching-Praxis.

“Erzählen Sie etwas über sich!”

Die Vorstellung Ihrer eigenen Person ist ein wichtiger Moment innerhalb eines Bewerbungsgesprächs und verdient ganz besondere Aufmerksamkeit. Die freundliche Aufforderung „Erzählen Sie doch einmal etwas über sich“ kommt meist ganz zu Beginn des Gesprächs. Viele Kandidat:innen fühlen sich unwohl und empfinden die Tatsache, dass sie etwas über sich erzählen sollen, als unangenehme Aufgabe. Dabei steckt in dieser Aufforderung die große Chance, nicht nur sich selbst in ein gutes Licht zu rücken, sondern den Ton für das gesamte Gespräch zu setzen.

Was will mein Gegenüber von mir hören? Wie weit soll ich ausholen? Wie kurz oder lang darf mein Redebeitrag an dieser Stelle sein? Johannes wagt den Sprung ins kalte Wasser und liefert eine Selbstpräsentation, die er im Anschluss gemeinsam mit Marisa analysiert. Die Expertin hat viele gute Tipps zur Hand, die dabei helfen, den eigenen Vortrag sauber zu strukturieren und vorzubereiten. Wenn Sie wissen möchten, was ein Elevator Pitch ist und wie Johannes als „Versuchskaninchen“ abgeschnitten hat, sollten Sie unbedingt reinhören.

Übrigens: Zu dieser COACHGEFLÜSTER-Episode gibt es einen zweiten Teil: In Folge #17 gehen Marisa und Johannes auf weitere übliche sowie knifflige Fragen im Vorstellungsgespräch ein.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Können Sie mir etwas über sich selbst erzählen?

Die perfekte Struktur für Ihren Mini-Pitch im Bewerbungsgespräch – mit Beispiel-Formulierungen:

1. Stellen Sie sich vor

  • Mit vollem Namen und Ihrem Beruf bzw. Ihrer Qualifikation
  • Nehmen Sie Bezug auf die Stellenbezeichnung oder Ihre letzte Tätigkeit
  • Fachliche Kompetenzen, die zum Unternehmen / zur Stelle passen, immer zuerst!
    Kleine private Eckdaten später
  • Variieren Sie bei der Vorbereitung Ihre Formulierungen
  • Fassen Sie sich kurz

Mein Name ist XY. Ich bin Software-Trainer:in ODER Diplom-Jurist / Master of XY und […] Jahre alt.

Tipp: Passen Sie Ihren Vortrag an den Kontext an. Gesprächspartner kommt z. B. auch aus München: „Ich komme eigentlich aus München und lebe jetzt in Hannover.“ So sammeln Sie Sympathiepunkte.

2. Ihre letzte Tätigkeit

  • Aufgaben-Schwerpunkte der letzten Tätigkeit aufzählen
  • Elevator-Pitch einbauen: Kernkompetenzen auf den Punkt bringen
  • Übereinstimmung (Matching) Ihres Know-hows zur neuen Stelle herstellen
  • Alleinstellungsmerkmale (USP) Ihres Profils aufzeigen

Während meiner letzten Tätigkeit bei XY war ich tätig als […]. Meine Schwerpunkte waren […]. Neben meinen Fachkompetenzen XY habe ich dabei insbesondere von meiner internationalen Berufserfahrung profitiert.

Ich denke, dass ich besonders meine Kompetenzen aus dem Bereich Marketing bei Ihnen gewinnbringend einsetzen kann, wenn ich für Sie im Bereich der Unternehmenskommunikation tätig bin, da ich ein weiteres Blickfeld habe.

Was meine Vorgesetzten an mir insbesondere gelobt haben, war zum Beispiel, dass […]

Tipp: Bei einer Initiativ-Bewerbung stellen Sie Ihr Matching zum möglichen Einsatzbereich oder den Unternehmenswerten her.

3. Ihr Werdegang

  • Etappen der Ausbildung und Berufstätigkeiten durchgehen
  • Für das Gegenüber relevante Schwerpunkte setzen
  • Roten Faden und größte Matchings aufzeigen

Während meiner letzten Tätigkeit bei XY war ich tätig als […]. Meine Schwerpunkte waren […]. Neben meinen Fachkompetenzen XY habe ich dabei insbesondere von meiner internationalen Berufserfahrung profitiert.

Ich denke, dass ich besonders meine Kompetenzen aus dem Bereich Marketing bei Ihnen gewinnbringend einsetzen kann, wenn ich für Sie im Bereich der Unternehmenskommunikation tätig bin, da ich ein weiteres Blickfeld habe.

Was meine Vorgesetzten an mir insbesondere gelobt haben, war zum Beispiel, dass […]

Tipp: Bei einer Initiativ-Bewerbung stellen Sie Ihr Matching zum möglichen Einsatzbereich oder den Unternehmenswerten her.

4. Abschluss-Plädoyer

  • Zeigen Sie Ihre Bewerber-Motivation
  • Begründen Sie die Wahl der Stelle bzw. des Unternehmens als logische Konsequenz Ihrer bisherigen Erwerbsbiografie
  • Zusammenfassen, warum Sie der:die richtige Kanditat:in für die Stelle sind
  • Plädoyer mit USP spicken
  • Vermitteln Sie Begeisterung und aufrichtiges Interesse!

… diese Stelle exakt zu meinem Kompetenzprofil passt und mir eine tolle Entwicklungsmöglichkeit bietet.

… das Unternehmen Werte vertritt, die ich absolut unterstützenswert finde!

… und ich bin mir sicher, dass ich mit meiner Fachkompetenz und Berufserfahrung in Kombination mit meinen besonderen Kenntnissen aus dem Bereich XY Ihr Team sinnvoll unterstützen kann.

Tipp: Ihr Vortrag sollte insgesamt etwa 1–3 Minuten dauern. Mit obiger Struktur und gutem rhetorischen Aufbau gerät Ihre Präsentation kurzweilig und auf den Punkt. Mehr dazu erfahren Sie von unserer Expertin, INQUA Coach Marisa Adenaw, im Podcast.

COACHGEFLÜSTER im Abo

Sie wollen keine Folge verpassen? Dann abonnieren Sie COACHGEFLÜSTER! Sie finden unseren Podcast auf SpotifyAmazon MusicGoogle PodcastsApple Podcasts und bei YouTube.

Shownotes:

COACHGEFLÜSTER-Folgen aus der Themen-Reihe Vorstellungsgespräch:

Knifflige Standardfragen im Vorstellungsgespräch – mit INQUA Coach Marisa Adenaw

Storytelling im Bewerbungsgespräch – Tipps vom Impro-Profi – mit INQUA Coach Stefan Pinter

Tipps vom HR-Profi: Authentisch im Vorstellungsgespräch – mit INQUA Coach Gudula Brammer

Fit für die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch (mit Rollenspiel) – mit INQUA Coach Marisa Adenaw

Gehaltsverhandlung: Tipps für Frauen – mit INQUA Coach Marisa Adenaw

Blog-Beiträge:

Souverän zum neuen Job: 10 Tipps für Ihr Bewerbungsgespräch

Überzeugend argumentieren: Schwächen im Vorstellungsgespräch stark verkaufen

Über den Host:

Johannes Junker

Johannes Junker ist systemischer Coach, kreativer Prozessbegleiter und Head of Communications am INQUA-Institut. Als Host des INQUA Karriere-Coaching-Podcasts COACHGEFLÜSTER spricht er regelmäßig mit Expert:innen zu Themen rund um die berufliche Neuorientierung und gibt Tipps für Vorstellungsgespräche, Bewerbung und die persönliche Weiterentwicklung.

Benötigen Sie eine persönliche Beratung?

Gerne beantworten wir Ihnen alle Ihre Fragen rund um die Förderung des INQUA Karriere-Coachings durch AVGS.

Letzte Beiträge

Künstliche Intelligenz bei der Jobsuche nutzen: 5 hilfreiche KI-Tools im Fokus

Künstliche Intelligenz bei der Jobsuche nutzen: 5 hilfreiche KI-Tools im Fokus

Kann Künstliche Intelligenz bei der Jobsuche sinnvoll eingesetzt werden? Inwiefern lässt sich Künstliche Intelligenz für das Verfassen von Bewerbungen nutzen? Wir haben fünf bekannte KI-Tools unter die Lupe genommen und untersucht, für welche konkreten Einsatzmöglichkeiten im Bewerbungsprozess sie sich besonders gut eignen.

Warum Journaling und Coaching so gut zusammenpassen

Warum Journaling und Coaching so gut zusammenpassen

Was hat das Schreiben für sich selbst mit Coaching gemeinsam? Und wie ergänzt sich beides? In unserem Podcast spricht Host Johannes Junker mit der Schreibberaterin und INQUA Analystin Andrea Heckert. Andrea stellt eine 7-Minuten-Schreibübung vor, die Ihnen hilft, neue Ideen für Ihre berufliche Neuorientierung zu finden.

BANI-Welt – 6 Tipps, wie Sie den Jobwechsel in einer komplexen Arbeitswelt meistern

BANI-Welt – 6 Tipps, wie Sie den Jobwechsel in einer komplexen Arbeitswelt meistern

Die moderne Arbeitswelt – oder auch BANI-Welt – hält für Menschen, die einen neuen Job suchen oder sich beruflich neuorientieren, zahlreiche Herausforderungen und Unsicherheiten bereit. Wie Sie diesen souverän begegnen und dadurch Ihr Jobwechsel gelingt, erfahren Sie in diesem Artikel.