Die Jobs der Zukunft – mehr Technologie, Menschlichkeit und Selfcare

Welche Berufe haben die besten Zukunftschancen? Wir haben einige unserer INQUA Karriere-Coaches nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen gefragt, welche Berufe als Jobs der Zukunft gelten können und welche Fähigkeiten durch die Veränderungen am Arbeitsmarkt besonders wichtig werden.

Wir stellen ihnen jeweils drei Fragen:

  1. Was sind die Trendberufe der kommenden Jahre?
  2. Welche Skills und Kompetenzen werden möglicherweise wertvoller?
  3. Welche fachliche Weiterbildung wird empfohlen, um in Zukunft die Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern oder ggf. gar eine berufliche Veränderung zu ermöglichen?

Ihre Antworten bestätigen vieles, was man über Zukunftsjobs vermuten könnte, überraschen aber auch.

Sinnvolle Weiterbildungen bleiben auch in Zukunft individuell gelagert

„Ich recherchiere im Coaching verschiedene mögliche Weiterbildungen für und mit dem Kunden – je nach Profil, Voraussetzungen und strategischer Ausrichtung.“

Die INQUA-Coach und Diplom-Psychologin Annette Gnegel sieht die besten Zukunftschancen in einer ganzen Reihe zukunftsorientierter Berufsfelder und Branchen. Zu den Jobs der Zukunft zählt für sie neben Digitaljobs, also Internet-, Software- und Digitalisierungslösungen, alles rund um Technisierung, Ökosysteme, Klimaschutz und Energieeffizienz sowie Wasserstofftechniken, Recycling, Kreislaufwirtschaft und innovative Verpackungslösungen. Speziell Smart Logistics, Sicherheitstechnik und die Smart City mit Infrastruktur und Entwicklungskonzepten, die darauf abzielen, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten, sieht Annette Gnegel als richtungsweisend. Die Bereiche Health Care und Gesundheitsmanagement, Medizin- und Rehatechnik sowie Ernährungstechnologie bergen ihrer Einschätzung nach ebenfalls Berufsbilder mit Zukunft.

Bei den gefragten Skills zählt sie eine ganze Liste auf. Digitalexperten werden gute Chancen haben, genauso wichtig sind jedoch auch Flexibilität und Selbstorganisation, genauso wie Veränderungsfähigkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung bis zu Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie Offenheit für generationsübergreifendes Arbeiten, interkulturelle Kompetenz und Resilienz.

Kommunikation ist Schlüsselkompetenz – digital wie menschlich

„Wer kommunikativ fit ist und sich auch mit digitaler Kommunikation auskennt, hat einen entscheidenden Vorteil – und zwar bereits im Vorstellungsgespräch.“

Auch im Zuge der Corona-Pandemie sehen unsere Coaches Potential zur Veränderung, was die Jobs der Zukunft angeht. INQUA-Coach Katja Rietdorf ist sich sicher, dass viele durch diese gemerkt haben, wie essentiell eine gute digitale Strategie ist: „Einige Branchen haben hier schon gut vorgelegt, andere hinken hinterher und wollen bzw. müssen nun aufholen. Daher gehe ich fest davon aus, dass Tätigkeiten im digitalen Bereich wie IT, E-Commerce, Online-Marketing, Programmierung, Consulting usw. weiterhin Zukunftsberufe sein werden.“

Die Diplom-Betriebswirtin Katja Rietdorf hat selbst 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft. Basierend auf diesen Erfahrungswerten sowie aus ihrer Tätigkeit im Coaching ist sie sich sicher, dass sich die Work-Life-Balance zukünftig weiterhin deutlich von ‚Work‘ in Richtung ‚Life‘ verschieben wird. Dadurch werden sich ihrer Einschätzung nach nicht nur Betriebsabläufe ändern, sondern entsprechende Dienstleister werden immer wichtiger. „Das betrifft dann Zukunftsjobs in Branchen wie Sport und Freizeit, Coaching und Persönlichkeitsentwicklung, Ernährung und Gesundheit sowie Haus und Garten. Zudem wird künftig der Bedarf an Fachkräften im Gesundheitsbereich weiter steigen, sodass Jobs als Krankenpfleger:in, Arzthelfer:in usw. noch mehr gefragt sein werden. Weiterhin wird man 2030 auch als Data Scientist:in oder als Content-Creator viele Job-Chancen haben.”

Auf die Bitte nach einer Einschätzung welche Jobs es in 10 Jahren wohl nicht mehr (häufig) geben wird, nennt Katja Riedorf Bankkaufleute die aufgrund der Digitalisierung immer weniger gebraucht werden. „Auch die Druck-Branche wird weiter schrumpfen und entsprechende Berufe kaum noch gesucht. Da immer weniger Zeitungen und Zeitschriften gekauft werden und Artikel zunehmend von Algorithmen erstellt werden, wird es Jobs für Journalisten künftig vermutlich auch kaum noch geben.”

Wertvolle Eigenschaften für die Berufe der Zukunft

„Wir haben alle gesehen und erlebt, wie schnell sich unsere vertraute Welt verändern kann. Besonders ein gesunder Umgang mit Veränderungen, eine gewisse Flexibilität und Offenheit sind wertvolle Skills, die nun noch wichtiger geworden sind. Außerdem stellt uns das Thema Homeoffice vor Herausforderungen. Hierbei sind Kompetenzen in Bezug auf Selbstreflexion, Zeitmanagement, Kommunikation sowie Selbstfürsorge in allen Berufen gefragt.“

Was die fachliche Weiterbildung betrifft, rät Katja Riedorf: „Wenn ich nur eine für alle Berufsfelder empfehlen sollte, dann würde meine Wahl auf eine Weiterbildung im Bereich Kommunikation fallen. In jedem Beruf wird schließlich kommuniziert und in vielen ist dies sogar das wichtigste ‚Werkzeug‘. Das Miteinander ist viel zu oft geprägt von Missverständnissen und Konflikten, die Arbeit auf Distanz stellt eine weitere kommunikative Herausforderung dar. Wer kommunikativ fit ist und sich auch mit digitaler Kommunikation auskennt, hat einen entscheidenden Vorteil – und zwar bereits im Vorstellungsgespräch.“

Kommunikation bleibt „ewiges Thema“

“Ich bekomme seit Beginn der Pandemie gehäuft Anfragen: ‘Mein Chef hat gesagt, ich soll mir da mal Unterstützung holen’. Meine Einschätzung dazu: Es ist ein ewiges Thema, das durch die Digitalisierung, Remote Work und Co. noch mal ein besonderes Augenmerk verdient.

Auch unsere Hamburger Kollegin Katharina Grau ist Systemische Business-Coach und blickt auf 15 Jahre Erfahrung in der Kommunikations- und Marketingbranche als Beraterin, Teamleitung und Projektleiterin. Auf unsere Frage nach Trendberufen hält sie Psychologie in Verbindung mit IT für ein vielversprechendes neues Berufsfeld, speziell mit Blick auf bedürfnisorientierte Applikationen, Kommunikation und Gesundheit – aber auch biochemische Themen wie Food-Design unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Die Branchen, die aus ihrer Perspektive Aufwind erfahren werden, liegen in den Bereichen Pflege, Handwerk und Öffentlicher Dienst. Laut ihrer Einschätzung ist eine allgemeingültige Aussage bezüglich des Themas der Weiter- und Ausbildung sowie Studium schwierig, da viele individuelle Faktoren und Voraussetzungen zu bedenken sind. Sie empfiehlt insoweit eher etwas Fachspezifisches wie Biochemie, oder eine Weiterbildung im Change-Management.

Künstliche Intelligenz bietet Jobs mit Zukunft zum Quereinstieg


„Als Zweitjobs im Nebenerwerb zum Experimentieren mit der Selbstständigkeit: Dozent, Seniorenhilfe, Nachhilfe, Ehrenamtsarbeit im Sport, Pflege und Wohlfahrt.“

Der Diplom-Mathematiker Heiko Harders hat als Karriere-Coach für Akademiker:innen, Fach- und Führungskräfte über 20 Jahre Berufserfahrung, speziell in den Bereichen Consulting, Vertrieb und Systemintegration. Er ist auf eine berufliche (Neu-)Orientierung, Branchenwechsel und Quereinstieg mit Bezug zur Informationstechnologie spezialisiert. Unter den Jobs der Zukunft sieht er mitunter selbstständige Honorarberater für Arbeitnehmer-Kapitalanlagen zur frühzeitigen Planung und Sicherung der eigenen Altersversorgung, oder auch selbstständige Weiterbildungsberater für die Leerzeit zwischen den abhängigen Jobs als Wachstumsbranche.

KI und Jobs der Zukunft

Jobtrends der nächsten 10 Jahre

Für Heiko Harders ist klar: „Manager:innen und Fachbereichsmitarbeiter:innen, die in das Themenfeld Künstliche Intelligenz einsteigen wollen, sollten sehr aufgeschlossen sein und sich autodidaktisch in Bereiche wie Maschinelles Lernen und Deep Learning einarbeiten können.“ Auf die Frage welche Jobs 2030 gefragt sein werden nennt Heiko Harders neben den KI-Entwickler:innen Cyber Security- und Big Data Analyst:innen ganz weit vorne. Auch junge, agile KI-Projekt-Quereinsteiger:innen mit Abitur oder Studienabbruch, die KI-Assistenz-System-Neugier besitzen, haben laut ihm großes Potential, genauso wie Jungunternehmer:innen im Bereich Bitcoin-Use Case-Entwicklung. Abwärtstrends erwartet er hingegen bei der Nachfrage nach Finanzbuchhalter:innen, Zeitungs- und Nachrichten-Reporter:innen und Lagerarbeiter:innen. Diese Jobs wird es in den kommenden 10 Jahren nicht mehr bzw. immer weniger geben.

Bei der Frage der Weiterbildung zögert er nicht lange: „Karriere-Coaching zur Klärung der drei Fragen: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Die beruflichen Kernkompetenzen sieht Heiko Harders in Zukunft als flexible Kombination mehrerer Fähigkeiten: „Es kommt auf Maßarbeit, Kommunikation sowie finanzielle Intelligenz und kindliche Neugier gepaart mit ‚Bauernschläue‘ an. Das heißt, das Umfeld genau zu beobachten und Entscheidungen auf Basis von Fakten treffen zu können.“ Auch das zukünftige Arbeiten mit der Assistenz von Künstlicher Intelligenz (KI) sieht Heiko Harders in fast allen akademischen Wirtschaftsbereichen im Kommen. Digitalisierung und künstliche Intelligenz hat einen enormen Einfluss auf fast jede Domäne bzw. Branche. Durch KI entstehen neue Produkte, Geschäftsmodelle, Kundenbeziehungen und Prozesse entlang etablierter Wertschöpfungsketten. Die Entwicklung zugrundeliegender Technologien wächst rasant. Viele KI-Anwendungsfälle ergeben sich nahezu organisch, da die Technik zunehmend spruchreif wird. Hierauf müssen und werden Unternehmen in den kommenden Jahren reagieren.

Die Mensch-Maschine-Dynamik – Datenerhebung und Vermittlung

„Die Vermittlung oder ‚Übersetzung‘ zwischen Technik und Kund:innen, wie sie von Product-Ownern in IT-Projekten gemacht wird, könnte eine noch wichtigere Rolle spielen. In dieser Aufgabe muss man auf fachliche UND soziale sowie kommunikative Kompetenzen zurückgreifen können.“

„Der Umgang mit Big Data wird immer wichtiger, da unter anderen Data Engineers und Management sowie Data Scientists gesucht werden.“, führt die Systemische Coach Magdalena Kaminska als Erstes auf. Vielversprechend neben der IT-Branche ist für sie außerdem das Sozialwesen. „Sozialpädagog:innen und Sozialarbeiter:innen werden jetzt schon stark nachgefragt.“, stellt sie fest und bestätigt: „Ich denke, dass dieser Trend anhalten wird.“ Als Kulturwissenschaftlerin und Anglistin hat Magdalena Kaminska eine langjährige Berufserfahrung als Beraterin, Wissenschaftskoordinatorin und Projektmanagerin in kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Institutionen und Kontexten.

Auch bei den zukünftig wichtigen Kernkompetenzen sieht sie den Brückenschlag zwischen Mensch und Technik als richtungsweisend. Ihr Weiterbildungstipp, um die eigenen Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen, ist ebenfalls sehr spannend: „Zertifiziertes und agiles Projektmanagement , da agile Arbeitsweisen auch außerhalb der IT übernommen werden und sehr viele Arbeitsprozesse inzwischen im Rahmen von Projekten stattfinden.“

Fazit – Berufe mit Zukunft bleiben digital

Viele spannende Einschätzungen und Empfehlungen durch unsere INQUA Coaches offenbaren vor allem, dass es auch bei den Jobs der Zukunft nicht an Vielfalt mangelt.

Möchten Sie wissen, wo Ihre Zukunft im Job liegt? Vielleicht verfügen Sie ja bereits über besondere Fähigkeiten, die in der Arbeitswelt von morgen gefragt sind und Sie für Berufe mit Zukunft qualifizieren? Unsere deutschlandweit an ca. 30 Standorten und auch online arbeitenden über 100 INQUA Karriere-Coaches unterstützen Sie gerne und professionell bei der Planung für Ihren Traumjob der Zukunft. Dabei ist es gleich, ob Sie noch gar nicht wissen, wo es langgeht, oder bereits konkrete Ideen und Perspektiven haben: Unsere INQUA Coaches freuen sich darauf, Sie bei dieser Zukunftsreise durch ein Karriere-Coaching begleiten zu können und Ihrem Job der Zukunft ein Stückchen näher zu kommen!

Über den Autor:

Johannes Gramss

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.

Weitere Links zum Thema:

INQUA Online-Coaching – Erfahren Sie, wie einfach der Prozess funktioniert.

INQUA Flyer Karriere-Coaching mit High Profiling® Hybrid

Podcast COACHGEFLÜSTER – Wie werde ich eine gute Führungskraft

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