12 Stärken, um im Vorstellungsgespräch zu punkten
„Was sind deine Stärken?“ – Das ist eine der Schlüsselfragen in jedem Vorstellungsgespräch. Welche Stärken solltest du in einem Bewerbungsgespräch nennen? Und: Gibt es gute und weniger gute Stärken? Wir helfen dir mit den folgenden Beispielen und Tipps dabei, dich optimal auf dein Vorstellungsgespräch vorzubereiten.
Starke Stärken im Vorstellungsgespräch
- Hast du dir im Vorfeld Gedanken über die zu besetzende Stelle gemacht?
- Kannst du eine Verbindung zwischen der ausgeschriebenen Position und deinen eigenen Stärken herstellen?
- Wie sieht es mit deiner Fähigkeit zur Selbsteinschätzung aus?
Was sind meine Stärken?
Die (versteckte) Frage zu erkennen, ist der erste Teil der Aufgabe. Aber was sind denn nun deine Stärken? Und: Welche Stärken sollte man in einem Vorstellungsgespräch überhaupt nennen? Um dir selbst auf die Spur zu kommen, empfehlen wir dir folgendes Vorgehen: Lege dir eine kleine Tabelle mit zwei Spalten an. Überschreibe die erste Spalte mit „Anforderungen“ und die zweite mit „Meine Stärken“.
In die erste schreibst du die Anforderungen, die in der Stellenausschreibung, um die es geht, genannt werden. In die zweite Spalte schreibst du, welche deiner Stärken dir dabei hilft, die jeweilige Anforderung zu erfüllen. Markiere dann deine wichtigsten Charaktereigenschaften und Fähigkeiten, damit du vor Augen hast, womit du ganz besonders punkten kannst.
Am Ende dieser Übung bist du nicht nur dazu in der Lage, deine Stärken zu benennen. Du hast außerdem auch gleich den Bogen zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Position geschlagen und mit deiner Priorisierung bewiesen, dass du dich selbst sehr gut einschätzen kannst. In einem Bewerbungsgespräch solltest du deine Stärken aber nicht einfach aufzählen. Es ist wichtig, dass du deine Aussagen belegen kannst, damit deine Gesprächspartner:innen nicht das Gefühl bekommen, dass du dir passende Eigenschaften andichtest. Gehe auf die Suche nach Geschichten aus deinem Arbeitsleben, in denen du mit deinen Stärken punkten konntest.
Mache deine Stärke zum S.T.A.R.
Um deine Stärken gut zu präsentieren, kannst du die STAR-Methode anwenden. Das Akronym steht für Situation, Thema, Aktion, Resultat und Reflexion. Angewendet auf das Beispiel „Teamfähigkeit“ könntest du dann Folgendes sagen:
„Zu meinen größten Stärken gehört meine Teamfähigkeit. Im vergangenen Jahr hatten wir ein Projekt (Situation), in dem X und Y passiert sind (Thema). Ich habe daraufhin A, B und C getan (Aktion). Das hat dazu geführt, dass sich Z ergeben hat (Resultat). Heute würde ich in einer ähnlichen Situation A und B noch einmal tun. C würde ich allerdings etwas anpassen oder stattdessen D tun (Reflexion).“
Lege dir für die Frage nach deinen Stärken ein paar solcher Situationen zurecht und mache dir Notizen, die du auch mit ins Vorstellungsgespräch nehmen kannst. So kannst du mit der STAR-Methode punkten. Vielleicht hast du noch nicht besonders viel Berufserfahrung, weil du dich gerade um die erste Stelle nach deinem Studium bewirbst. Du kannst die Methode trotzdem gut anwenden, denn sicherlich hast du auch in deinem Studium Situationen erlebt, in denen du deine Stärken einsetzen konntest. Wenn dir nicht gleich etwas einfällt, frage dich: Was mache ich besonders gern? Was kann ich besonders gut? Bei welchen Aufgaben fühle ich mich besonders sicher? Welche Projekte während des Studiums sind mir besonders leicht gefallen? Für welche Themen kann ich mich begeistern? Du wirst sehen: Da kommt einiges zusammen.
Was sind gute Stärken?
Steche mit deinen Stärken aus den Mitbewerber:innen hervor. Generell gilt, dass die Frage nach deinen Stärken auf sogenannte Soft Skills und Charaktereigenschaften abzielt. Wenn du trotzdem unsicher bist, worauf du dich beziehen sollst, kannst du im Gespräch ruhig nachfragen. Wie bei der Frage nach den Schwächen (auf diese Frage solltest du dich übrigens auch vorbereiten) gibt es auch bei derjenigen nach den Stärken gute und weniger gute Antworten. Bescheidenheit ist eine Zier – in einem Vorstellungsgespräch hat sie aber nichts zu suchen. Eine Antwort wie „Ich telefoniere sehr gern, weil es mir große Freude macht, mit anderen zu sprechen“ klingt für eine:n Sales Agent etwas dürftig.
Du solltest aber auch nicht übertreiben. „Es gibt im Grunde nichts, das ich nicht richtig gut kann.“ – Das klingt unverhältnismäßig und macht dich unglaubwürdig. Eine Antwort wie „Da fällt mir so spontan nichts ein“ ist einfach nur ein Beleg dafür, dass du dich nicht vorbereitet hast. Das wird in jedem Fall zu Punktabzug führen. Übertriebene Antworten wie „Ich will immer gewinnen. Wenn ich mal verliere, dann raste ich aus!“ solltest du ebenfalls vermeiden. Um dir ein wenig Inspiration zu geben, haben wir für dich eine Liste von „guten Stärken“ zusammengestellt, mit denen du in einem Vorstellungsgespräch punkten kannst. Verwende sie aber nur, wenn sie auch wirklich auf dich zutreffen – und zu den Anforderungen der Stelle passen.
12 gute Beispiele für gefragt Stärken im Vorstellungsgespräch
- Analytisches Denken
- Sozialkompetenz / Empathie
- Eigeninitiative / Engagement
- Zielstrebigkeit
- Begeisterungsfähigkeit
- Teamfähigkeit
- Zuverlässigkeit
- Lernbereitschaft
- schnelle Auffassungsgabe
- Veränderungsbereitschaft
- Kommunikationsfähigkeit
- Konfliktfähigkeit
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Vielen Menschen ist es unangenehm, sich selbst mit positiven Eigenschaften in den Mittelpunkt zu rücken. In einem Vorstellungsgespräch geht es aber genau darum: Du sollst dich im besten Licht präsentieren, denn schließlich willst du den Job. Vielleicht denkst du jetzt spontan: „Eigentlich kann ich gar nichts so richtig gut.“ Damit bist du in guter Gesellschaft, denn so geht es vielen Menschen. Trotzdem solltest du dir das nicht glauben, denn sicherlich hast du schon viele berufliche Erfolge zu verzeichnen – und die sind dir nicht einfach zugeflogen. INQUA Coach Anne Danco arbeitet im Karriere-Coaching mit ihren Klient:innen daran, sich wieder mit dem positiven Gefühl zu verbinden, das sich nach solchen Erfolgen eingestellt hat.
Über den Autor:

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.
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