Aktualisiert:14.08.2026
Veröffentlicht:05.01.2022
Lesezeit:7 Min


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Richtig durchstarten im neuen Jahr: 5 Tipps für gute Vorsätze

„Und, was hast du dir für das nächste Jahr vorgenommen?“ – Mit dieser Frage wird man in der Vorweihnachtszeit und vor allem in der Zeit zwischen den Jahren fast so häufig konfrontiert wie mit „Last Christmas“ im Radio. Für viele Menschen bedeutet ein neues Jahr einen Neustart. Während diejenigen wie aus der Pistole geschossen gleich mehrere gute Vorsätze aufzählen können, nehmen andere sich erst gar nichts vor. Weil es ja doch nichts bringt. Denn, seien wir ehrlich: Die meisten der guten Vorsätze verlaufen im Sande und sind spätestens im Februar kein Thema mehr. Aber wieso ist das eigentlich so? Und kann es nicht auch ganz anders laufen?

Wer das ganze Jahr über in den sozialen Medien oder im Freundeskreis hört, was ein erfülltes und gesundes Leben ausmacht und wie toll die Jobs der anderen sind, kann in der Weihnachtszeit in eine Art Aufbruchsstimmung geraten. Mehr Sport, weniger Süßes, endlich den Traumjob finden, nicht mehr rauchen, ein paar Kilo abnehmen, endlich eine Gehaltserhöhung herausschlagen – ein Jahreswechsel ist grundsätzlich ein passender Anlass für Veränderungen. Die hier aufgezählten Ziele haben allerdings eines gemeinsam: Sie sind unkonkret in ihrer Formulierung. Und das legt die Vermutung nahe, dass sie im neuen Jahr zu jenen Vorsätzen gehören werden, die es am Ende nicht bis zur Umsetzung schaffen.

Gute Planung: konkret werden

Woher weißt du, wann das Ziel „mehr Sport“ erreicht ist? Was genau bedeutet „weniger Zucker“? Und wie viele Kilo sind „ein paar“? Wenn du dir darüber keine klaren Gedanken machst, wirst du nie wissen, wann du dein Ziel erreicht hast – und es wirkt schnell unerreichbar.

Auch die Motivation spielt eine entscheidende Rolle: Warum möchtest du weniger Süßes essen? Weil gesunde Ernährung gerade im Trend liegt? Oder hat dieses Ziel wirklich etwas mit dir persönlich zu tun? Sei hier ehrlich zu dir selbst.

Ziele, die eine Verneinung enthalten – wie zum Beispiel „nicht mehr rauchen“ –, sind oft schwerer umzusetzen als positiv formulierte Ziele. Frag dich stattdessen: Was möchte ich konkret erreichen? In diesem Fall könnte die Antwort zum Beispiel lauten: „mit dem Rauchen aufhören“.

Es ist leicht, sich etwas vorzunehmen. Auch die Vorstellung davon, wie dein Leben aussehen könnte, wenn du dein Ziel erreicht hast, fällt nicht schwer – etwa ein gelungener beruflicher Neustart, mehr Selbstbewusstsein oder eine bessere Kondition durch regelmäßigen Sport und gesündere Ernährung. Gerade zu Beginn kann diese Visualisierung sehr motivierend wirken.

Doch schon bald tauchen erste Hindernisse auf, kleine Rückschläge gehören dazu – und insgesamt wird Veränderung anstrengend. Plötzlich scheint das große Ziel wieder in weite Ferne zu rücken.

Gute Formel: SMARTe Ziele formulieren

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung guter Vorsätze ist deren Formulierung. Hier kann dir die SMART-Formel helfen. Wenn du sie anwendest, erfüllt dein Ziel fünf Kriterien:

Es ist spezifisch – also so konkret wie möglich formuliert und genau auf deine Bedürfnisse zugeschnitten.
Die Zielerreichung ist messbar – auch hier hilft dir eine klare Konkretisierung. „Ich habe mehr Verantwortung im Job“ ist weniger greifbar als „Ich habe disziplinarische Führungsverantwortung für fünf Mitarbeitende.“
Damit du dich nicht von Rückschlägen entmutigen lässt, sollte dein Ziel attraktiv sein. Wie sehr möchtest du es erreichen? Wie sieht dein Leben aus, wenn du es geschafft hast? Stell dir deine Zukunft möglichst lebendig vor – das motiviert.
Ein weiteres Kriterium ist, dass dein Ziel realistisch sein muss. Viele Menschen überfordern sich, weil sie zu schnell zu viel erreichen wollen. Bleib bei dir und setz dir erreichbare Meilensteine. Auch Teilerfolge sind wichtige Schritte und dürfen gefeiert werden.
Schließlich sollte dein Ziel terminiert sein – und zwar möglichst konkret. „Im Jahr 2022“ ist zwar ein Anfang, bleibt aber vage und verleitet dazu, Dinge aufzuschieben. Ein konkretes Datum hilft dir, ins Handeln zu kommen.

Gute Gesellschaft: Unterstützung in Anspruch nehmen

Auf SMARTe Weise gefasste Vorsätze haben eine größere Chance, es bis zur Umsetzung zu schaffen. Eine Garantie für das Gelingen sind sie allerdings nicht. Und anstrengend bleibt es auch. Da kann es helfen, sich Unterstützung zu holen – zum Beispiel in Form eines Coachings. Ein/eine Coach:in unterstützt schon bei der richtigen Formulierung der passenden Ziele. Während der Umsetzungsphase sorgt er oder sie dafür, dass auch die kleinsten Erfolge gesehen, wertgeschätzt und gefeiert werden. Und natürlich hilft er oder sie dabei, Rückschläge zu verarbeiten und die Motivation aufrechtzuerhalten.

Fünf Tipps für die Formulierung von guten Vorsätzen für das neue Jahr:

  • Bleib positiv!
    Vermeide Verneinungen in deinen Formulierungen. Frag dich, was du erreichen möchtest – nicht, was du nicht (mehr) willst.
  • Nutze deine Motivation!
    Warum möchtest du dein Ziel erreichen? Was hast du am Ende davon? Mach dir die positiven Auswirkungen deiner Veränderung immer wieder bewusst.
  • Sei smart!
    Orientiere dich bei der Formulierung deiner Vorsätze an der SMART-Formel.
  • Vermeide Überforderung!
    Realismus ist entscheidend: Nimm dir nicht mehr vor, als du bewältigen kannst, und behalte deine Work-Life-Balance im Blick.
  • Hol dir Unterstützung!
    Ein Sparringspartner oder ein/eine Coach:in kann dich bei der Erreichung deiner Ziele gezielt unterstützen.

Über den Autor:

Dr. Martin Hertkorn
Dr. Martin Hertkorn

Dr. Martin Hertkorn ist promovierter Soziologe, Seniorcoach (DBVC) und gründete 1997 das INQUA-Institut für Coaching in Berlin. Als Coach und Leiter des INQUA-Instituts ist er Experte für die Methodik, den Aufbau und die stetige Weiterentwicklung des Karriere-Coachings. Die von ihm entwickelten Methoden High Profiling® und die Ressourcenorientierte Genogrammarbeit stellen bis heute die zentralen Bausteine des INQUA Karriere-Coachings dar.

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