Richtig Netzwerken im Hier und Jetzt – Unsere 15 Top-Tipps

Wie kann ich eigentlich aktiv und mit Freude an meinem beruflichen Netzwerk arbeiten? In der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt sind die Social Media-Plattformen Xing und LinkedIn in vielen Branchen wichtige Tools zum Kontakte knüpfen und pflegen. Doch auch im 21. Jahrhundert gilt: wer Offline keine Kontakte knüpft, wird Schwierigkeiten haben ein großes und vor allem nützliches Netzwerk aufzubauen. In unserem zertifizierten Karriere-Coaching ermutigen wir unsere Kunden/innen aus diesem Grund auch außerhalb von Social Media aktiv zu Netzwerken. Online- und Offline-Netzwerken sollten ohnehin nicht als Gegensätze verstanden werden. Im Gegenteil sollten beide Werkzeuge einander perfekt ergänzen. Hier geben wir Ihnen unsere 15 Top-Tipps für erfolgreiches Netzwerken im Hier und Jetzt.

von Johannes Junker

Auf die richtige Einstellung kommt es an: Netzwerken beginnt im Kopf!

  1. Überblick verschaffen!

Wenn es um das Netzwerken geht, fängt kein Mensch ganz bei null an und das ist schon einmal eine gute Nachricht für den Start. In unserem Karriere-Coaching empfehlen wir unseren Klient/innen immer eine Netzwerkübersicht anzulegen -und zwar ganz klassisch mit Papier und Stift. Dafür haben wir sogar eine eigene Vorlage entwickelt. Anhand dieses Arbeitsblattes können Sie zunächst einmal eine Übersicht gewinnen, wer eigentlich zu Ihrem bestehenden Netzwerk zählt und wie nützlich Ihnen diese Kontakte sein können. Zu Ihrem bestehenden Netzwerk zählen nicht nur alte Bekannte aus Universität, Ausbildung oder früheren beruflichen Stationen. Auch der erweiterte Familienkreis und deren Partner/innen, Nachbarn oder Mitglieder Ihres lokalen Sportvereins können möglicherweise interessante Netzwerkkontakte sein. Schreiben Sie erst einmal alle Menschen auf, die Ihnen einfallen. So bekommen Sie nicht nur einen guten Überblick, sondern erweitern auch Ihre Perspektiven auf die Arbeitswelt.

  1. Vorurteile über Bord werfen!

Netzwerken beginnt -so seltsam dies auch klingen mag- im Kopf. Für viele Menschen stellen bestimmte Vorurteile über Netzwerken sogar eine innere Barriere dar, weil es oft mit unangenehmen sozialen Situationen verbunden wird. Machen Sie sich von diesem Gedanken frei! Netzwerken können Sie ganz leicht in Ihren Alltag integrieren, egal, ob Sie gerade auf Jobsuche sind, bereits eine Stelle haben oder selbstständig tätig sind.

  1. Netzwerken ist eine Einstellungssache!

Vor allem wenn Sie gerade auf Jobsuche sind, sollten Sie sich bei Ihren Netzwerkaktivitäten nicht als Bittsteller betrachten. Vielmehr sollten Sie Spaß am Kontakte knüpfen entwickeln und sich auf einen spannenden Austausch mit interessanten Menschen freuen. Im ersten Schritt geht es auch gar nicht darum das bestehende Netzwerk zu nutzen, sondern ihre Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Indem Sie Ihre bestehenden Kontakte unterstützen und sich mit diesen austauschen, bringen Sie so die Saat für eine zukünftigen Ernten aus.

  1. Nicht zu früh einen Gefallen fordern!

Ein großer Fehler besteht darin zu früh einen zu großen Gefallen zu erbitten. Das bedeutet zum Beispiel: Fragen Sie Ihre Kontakte nicht direkt im ersten Treffen nach einem Job! Das wirkt in der Regel verzweifelt und plump und ist für alle Beteiligten unangenehm. Es reicht für den Anfang sich in Erinnerung zu rufen und mehr über das Unternehmen und das Berufsfeld zu erfahren: Fragen Sie Ihre Kontakte, wie es in den jeweiligen Unternehmen/Organisationen etc. aussieht, ob das Arbeitsklima gut ist, das Unternehmen/die Organisation floriert, ob dort Leute mit ähnlichen Kompetenzen wie den Ihren beschäftigt werden oder solche Kompetenzen für das Erreichen der Unternehmensziele gebraucht werden könnten. Wenn Sie einen positiven Eindruck hinterlassen und eine passende Stelle im Unternehmen Ihres Freundes oder Ihrer Schwägerin frei wird, werden diese Leute schon an Sie denken.

  1. Setzen Sie Prioritäten!

Wir alle haben nur eine begrenzte Zeit und Energie, die wir auf soziale Interaktionen wie Gespräche und Treffen aufwenden können. Netzwerken wird vor allem dann eine knochentrockene und harte Arbeit, wenn Sie Ihre wertvolle Zeit nicht optimal nutzen. Eine kleine Übung, die Ihnen hier weiterhelfen wird: Schauen Sie mithilfe Ihrer Liste (Punkt 1) wer in Ihrem Netzwerk a) in einem Bereich beruflich tätig ist, der Sie inhaltlich interessiert b) Ihnen sympathisch ist c) beruflich etwas erreicht hat, das Sie gerne selbst noch erreichen möchten. Zumindest zwei dieser Voraussetzungen sollten erfüllt sein, damit Sie von Ihrem Kontakt profitieren können. Wenn alle drei Punkte erfüllt sind, könnte eine solche Person auch ein/e potentielle/r persönliche/r Mentor/in für Sie werden.

  1. Bestehende Kontakte richtig pflegen!

Wenn Sie einen Überblick erhalten und entschieden haben, wem Sie Ihre kostbare Zeit widmen möchten, legen Sie los. Zum Beispiel: Notieren Sie sich Geburtstage, schicken Sie Ihre Glückwünsche. Verfolgen Sie außerdem den Werdegang Ihrer Kontakte. Hier können Online-Netzwerke wie LinkedIn und Xing, evtl. auch Facebook eine große Hilfe sein. Beglückwünschen Sie Ihre Kontakte zu neuen Positionen oder beruflichen Erfolgen. Wenn Sie zu diesem Thema noch nützliche Hinweise suchen werfen Sie doch einen Blick in diesen Beitrag.

  1. Tauschen Sie sich inhaltlich aus!

Ein inhaltlicher Austausch mit Ihren Kontakten hat gleich einen doppelten Nutzen. Einerseits bekommen Sie so einen guten Überblick, an welchen Themen andere Unternehmen und Organisationen gegenwärtig arbeiten. Zudem erlangen Sie hier und da wertvolle Insider-Informationen oder bekommen zumindest ein Gefühl für die Herausforderungen und Themen der jeweiligen Branche. Wenn Sie das nächste Mal auf einen potentiellen neuen Kontakt treffen, sind Sie somit auch inhaltlich gut vorbereitet.

Oft ist es auch nur ein neuer Gedankenanstoß, den Sie für Ihren zukünftigen Weg aus dem Gespräch mitnehmen. Netzwerken kann Ihnen so auch helfen Klarheit über Ihre berufliche Zukunft zu gewinnen.

Raus aus der Komfortzone – und auf zu neuen Bekanntschaften!

  1. Keine Angst vor Small-Talk!

„So viele neue Gesichter!“ „Ich kenne hier niemanden!“ „Ich weiß nicht, wie ich auf Fremde zugehen soll.“ Für viele Menschen sind solche Situationen eine enorme Herausforderung, die große Überwindungskraft und Mut erfordert.

Entspannen Sie sich! Tatsächlich ist der Einstieg in ein Gespräch schon der schwierigste Teil. Sie müssen ja nicht mit der Tür ins Haus fallen und Sie haben auch nichts zu verlieren. Ein paar vorher zurecht gelegte Eisbrecher können wahre Wunder wirken. Hier ein paar Beispiele: „Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?“ „Ich bin gespannt, wie die Ausstellung sein wird. Was glauben Sie?“. Selbst wenn die ersten Gespräche nur kurze Zeit dauern, werden Ihnen diese helfen, die Scheu vor dem ersten Kontakt zu überwinden. Und vergessen Sie nicht, dass es auf jeder Veranstaltung noch viele andere Teilnehmer/innen gibt, die auch niemanden kennen. Diese werden sich über Ihre offene Art freuen.

  1. Neue potentielle Kontakte ermitteln!

Überlegen Sie sich, wen Sie gerne kennenlernen möchten und schaffen Sie entsprechende Situationen. Dies können ganz spezifische Personen sein, aber auch inhaltlich spannende Orte und Veranstaltungen gilt es zu nutzen. Gehen Sie auf Fachkonferenzen, besuchen Sie wissenschaftliche Tagungen oder Messen zu Themen, die Sie interessieren und lernen Sie dort ganz neue Leute mit ähnlichen Interessen kennen. Dies ist vor allem dann eine gute Idee, wenn Sie sich beruflich in einem Bereich entwickeln möchten, in dem Sie noch über gar keine Kontakte verfügen.

  1. Üben Sie aktives Zuhören!

Wenn Sie das Gespräch begonnen haben, ist aktives Zuhören ganz entscheidend. Eine wertschätzende Haltung und inhaltliches Interesse sind immer eine gute Basis für ein Kennenlerngespräch. Wichtig ist hierbei auch die Körpersprache. Signalisieren Sie offene Gesprächsbereitschaft und spiegeln Sie Ihr Gegenüber um Vertrautheit und Entspannung zu fördern. Fragen Sie nach, zeigen Sie ehrliches Interesse und hören Sie aufmerksam zu. Sie werden überrascht sein wieviel ergiebiger Ihre Gespräche und Kontaktaufnahmen werden.

Aktives Zuhören ist in der Gesprächsführung ein essentielles Tool und will geübt sein. Probieren Sie es einfach einmal subtil in privaten Gesprächen aus!

  1. Drängen Sie nicht zu sehr in den Mittelpunkt!

Dieser Fehler passiert leider vielen Menschen häufiger, als Sie glauben würden. Kaum ist das Gespräch begonnen, bricht eine Lawine von Anekdoten und Selbstlob über uns herein. Hätten Sie Lust auf einen solchen Austausch? Eben. Daher achten Sie darauf, Ihrem Gegenüber auch genug Raum zu geben. Wenn Ihr/e Gesprächspartner/in aufgeschlossen ist, kommen Sie schon noch früh genug zu Wort. Und falls nicht, ist dies eventuell nicht die Bekanntschaft, mit der Sie den Rest des Abends verbringen sollten.

  1. Qualität vor Quantität!

Vor allem, wenn Sie gerade die ersten Schritte im Netzwerken machen, sollten Sie sich zwar aus Ihrer Comfort-Zone wagen, aber überfordern Sie sich nicht. Wenn Sie ein eher zurückhaltender Typ sind, beginnen Sie damit zwei bis drei Gesprächspartner/innen pro Abend zu finden. Sollten Sie die/der geborene Small-Talker/in sein, können Sie natürlich auch möglichst viele Kontakte knüpfen. Doch auch für Sie gilt: Weniger ist oftmals mehr. Weniger Gesprächspartner, aber intensivere Gespräche erhöhen die Chance auch nachhaltig in Erinnerung zu bleiben. Was uns zum nächsten Punkt führt:

  1. Bleiben Sie in Erinnerung!

All Ihre Bemühungen nützen nicht viel, wenn man sich später nicht mehr an Sie erinnern kann. Wenn Sie all die anderen Ratschläge beherzigen, sollte dies eigentlich kein Problem darstellen. Ein weiterer Tipp, der allerdings etwas Übung erfordert, lautet wie folgt: Bieten Sie etwas an! Dies kann durchaus eine Meinung, ein Tipp, eine Information oder eine neue Perspektive sein. Versuchen Sie durch aktives Zuhören (Punkt 10) zu erfahren, welches Thema den oder die Gegenüber gerade brennend interessiert und eröffnen Sie einen neuen Blick auf dieses Thema. Ihr Gegenüber wird Ihre Gesellschaft umso stärker als Bereicherung empfinden. Doch sollten Sie hier auch Vorsicht walten lassen: Posaunen Sie Ihre besten Ideen nicht unbedingt herum. Firmeninterna, Klatsch und Tratsch über frühere oder aktuelle Arbeitgeber sollten prinzipiell tabu sein, denn das kann unprofessionell wirken und im schlimmsten Fall auch negative Konsequenzen haben.

  1. Empfehlen Sie andere!

Netzwerken ist nicht nur Nehmen, sondern vor allem auch Geben. Wenn die Zeit kommt und die Gelegenheit richtig passt, kennen Sie bestimmt die eine oder andere Person, die genau richtig für diesen Job oder Auftrag wäre. Diese werden Ihnen die Empfehlung bestimmt nicht vergessen. Gleichzeitig sollten Sie Gefallen nicht als Investment begreifen, sondern als etwas, dass Sie selbstverständlich und gerne tun. Wenn Sie erwarten, dass Ihnen jeder Gefallen 1:1 vergolten wird, werden Sie am Ende enttäuscht sein.

  1. Haben Sie Visitenkarten dabei!

Klingt einfach, ist auch so. Nicht jeder hat ein Konto auf Xing und eine elegante Kreditkarte hat noch niemandem geschadet. Besonders in bestimmten Branchen und beruflichen Kreisen können solche Details eine Rolle spielen. Wenn Sie keine Visitenkarten haben, lassen Sie welche entwerfen und/oder bitten Sie Ihren Arbeitgeber darum, welche für Sie anzufertigen.

Extra-Tipp: Mit diesen 15 Tipps sollten Sie nun für Ihr großes Networking-Abenteuer gerüstet sein. Gerne unterstützen wir Sie individuell durch ein Karriere-Coaching für Akademiker/innen mit High Profiling®. Innerhalb eines Coachings können Sie Ihre individuelle Networking-Strategie erarbeiten und umsetzen, aber auch an inneren Barrieren arbeiten und Ihre Gesprächsführung optimieren.

Ein Coaching für Akademiker/innen mit High Profiling® können Sie übrigens zu 100% mit einem AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) finanzieren.

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