So meistern Sie erfolgreich den Jobstart im Homeoffice

Wie gelingt der Einstieg in den neuen Job zu Zeiten des Lockdowns? Auf Ihre Initiative kommt es an!

Es ist schon eine Herausforderung: Wer in Pandemie-Zeiten einen neuen Job antritt, benötigt Eigeninitiative und viel Geduld. Vor allem für Berufsanfänger:innen ist das ein besonderer Einstieg ins Arbeitsleben. Verlief für viele schon der gesamte Bewerbungsprozess digital, so muss der neue und ungewohnte Arbeitsalltag nun auch noch von zu Hause aus gemeistert werden. Doch Sie können Ihren Jobstart aus dem Homeoffice mitgestalten, machen Sie also das Beste daraus! Ein Erfahrungsbericht zeigt, worauf es ankommt und welche Tipps Sie für Ihr Onboarding im Lockdown berücksichtigten sollten.

Learning by Doing

Learning by Doing im Homeoffice
Herausfordernd, aber auch spannend: So wird Ihre Zeit im Homeoffice zum Erfolg

„Ich musste gleich Vollgas geben, weil eine neue Software implementiert wurde“, schildert David seinen Start ins Berufsleben. Auf seiner ersten Stelle als Junior Consultant kümmert er sich um das Projektmanagement für die Einkaufs-Software eines großen Lebensmitteleinzelhändlers. Seit einem Jahr ist der junge Betriebswirt jetzt schon im Homeoffice. Sein Arbeitsantritt war nur wenige Tage nach dem Start des ersten Lockdowns. Er war genau einmal in der Firma, um seinen Laptop und Bildschirm abzuholen. Und das, wo er eigens für den neuen Job umgezogen ist und seine Arbeitsstelle zu Fuß erreichen kann. Jetzt hat er sich seinen Arbeitsplatz erst mal am Küchentisch eingerichtet: „Das stört niemanden, weil ich alleine lebe.“

Davids Glück ist, dass die Online-Infrastruktur in seinem Unternehmen bereits vorhanden war. Technische Hürden für die Arbeit im Homeoffice gab es also nicht. „Das Schwierigste ist nach wie vor, dass ich zwar weiß, wie die Kollegen aussehen, sie aber nicht persönlich kenne“, sagt er. Nur seiner Chefin und dem Betriebsleiter ist er bis jetzt persönlich begegnet. Seine Einarbeitung nennt er herausfordernd: „Das war Learning by Doing. Ich musste mir viel selbst erarbeiten und nonstop telefonieren. Da war niemand, dem ich über die Schulter schauen konnte. Stattdessen gab es zahlreiche Video-Calls – und zum Glück hatte ich einen Paten.“ Das hat gut funktioniert: Bereits nach anderthalb Monaten Einarbeitung war er in der Lage, die ersten Software-Schulungen zu geben.

Heute ist David selbst schon Pate und arbeitet andere ein. Wie hat er das geschafft? Durch großes Engagement und den glühenden Eifer, der besonders Berufsanfänger:innen antreibt: „Ich arbeite meistens zehn, manchmal sogar zwölf Stunden am Tag. Ich fürchte, man ist im Homeoffice länger im Einsatz. Dafür mache ich mehrere kurze Pausen und auch eine feste Mittagspause, in der ich manchmal spazieren gehe.“ Trotz allem arbeite er gerne von zu Hause aus, sagt er. „So kann ich mir meine Zeit besser einteilen. Morgens und abends spare ich außerdem Zeit, weil ich ja keinen Arbeitsweg habe.“

Besonders schätzt er ein Ritual, um mit den Kolleg:innen in Kontakt zu bleiben: „Wir haben im Team einen regelmäßigen Termin für ein virtuelles Feierabendbierchen eingeführt. Jeweils in Gruppen zu dritt tauschen wir uns aus, auch über die Arbeit hinaus.“ Sein Fazit zum Jobstart im Homeoffice: „Ich bin zufrieden und kenne es ja auch nicht anders. Aber ich bin gespannt, wie es weitergeht, und freue mich auf den Tag, an dem ich die Kollegen endlich persönlich kennenlerne.“

Digitales Onboarding

So wie David geht es sicherlich vielen Berufseinsteiger:innen. Und möglicherweise erwartet auch Sie Ähnliches bei Ihrem Jobstart im Homeoffice. Was hat David richtig gemacht? Er hat sich organisiert und strukturiert und hat seine Fähigkeit zum Selbstmanagement bewiesen. Gleichzeitig hat er auch um Unterstützung gebeten und die Hilfe seines Paten angenommen. Damit die Einarbeitung im Homeoffice gelingt, stellen die meisten Unternehmen ihren Neueinsteiger:innen jemanden zur Seite. Bei den so genannten Pat:innen handelt es sich um erfahrene Kolleg:innen, die ihr Wissen weitergeben. Sie arbeiten ihre Schützlinge im besten Fall nicht nur in die Materie, sondern auch in die digitalen Kommunikations-Tools ein, die im Unternehmen genutzt werden, und unterstützen beim ersten Netzwerken.

Damit sich alle Kolleg:innen kennenlernen können, sorgen die meisten Firmen für Willkommensrunden und planen von Beginn an Online-Teammeetings oder -Zweiergespräche ein. Dabei spricht es für ein Unternehmen, wenn es dem:der neuen Mitarbeiter:in die Chance gibt, das Unternehmen einmal zu besuchen und die wichtigsten Teammitglieder und Vorgesetzten zumindest kurz persönlich zu treffen.

Bauen Sie sich ein Netzwerk auf

Frau in Online-Meeting beim Netzwerken
Es kann auch im Homeoffice ganz leicht sein ein Netzwerk aufzubauen

Ist das Netzwerken bereits für eine erfolgreiche Jobsuche unerlässlich, so gewinnt es im Homeoffice eine besondere Bedeutung. Einladungen zu virtuellen Lunch-Dates, Kaffeepausen und Feierabendbierchen sollten Sie also unbedingt annehmen und auch abseits von Teambesprechungen und morgendlichen (Video-)Calls den Kontakt zu den Kolleg:innen suchen.

Fragen Sie nach, ob das Team auch über informelle Kanäle untereinander kommuniziert. Gibt es beispielsweise eine WhatsApp-Gruppe? Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit auf einen Spaziergang mit Abstand mit dem einen oder anderen Teammitglied?

Versuchen Sie, einen persönlichen Kontakt zu Ihren Kolleg:innen aufzubauen. Wenn Sie Sorge haben, dass Ihnen kein Smalltalk-Thema für den Einstieg einfällt, sprechen Sie einfach über Ihren Jobstart während des Lockdowns. Auch wenn es etwas schwieriger erscheint, sich auf virtuellem Weg ins Team zu integrieren, ist es für einen gelungenen Berufseinstieg wichtig, sich genau anzuschauen, wie die Organisation in Ihrem Unternehmen funktioniert und wie die Mitarbeiter:innen ticken.

Fragen kostet nichts

Scheuen Sie sich deshalb nicht zu fragen und haben Sie keine Angst vor Zurückweisung. Denken Sie daran, dass durch das Homeoffice alle im selben Boot sitzen. Ihre Vorgesetzten und Kolleg:innen wissen, dass Ihr Start vom Homeoffice aus nicht ganz einfach ist und werden Sie unterstützen. Fragen Sie nach, wann immer Sie einen Zweifel haben oder Anschluss suchen. Fragen zu stellen ist essenziell.

Wenn Sie zu den eher zurückhaltenden Menschen gehören, kommt Ihnen die in den gängigen Tools integrierte Chat-Funktion entgegen. Möglicherweise profitieren Sie sogar von dieser Art des Jobeinstiegs: Eine neue Arbeitsstelle bedeutet immer viel Aufregung, neue Eindrücke, neue Menschen und viel Input auf einmal. Aus dem Homeoffice lässt sich das etwas sanfter und langsamer gestalten. Wenn Sie die ganze Zeit aus Ihrem vertrauten Umfeld heraus agieren, fühlen Sie sich vielleicht sicherer.

Machen Sie das Beste daraus und bringen Sie sich ein

Wenn Sie das Gefühl haben, dass man sich nicht um Sie kümmert, sollten Sie das selbstbewusst einfordern. Initiative ist ein Zeichen für Eigenverantwortung und letztlich für Engagement. Das sieht jedes Unternehmen gerne. Werden Ihnen die Kollegen und Kolleginnen nicht einzeln vorgestellt, beispielsweise in Online-Teammeetings oder Zweiergesprächen, können Sie Initiative zeigen, indem Sie sich eine Namensliste geben lassen. So können Sie Schritt für Schritt mit jeder:m Einzelnen Kontakt aufnehmen und um ein virtuelles Kennlerngespräch bitten, zum Beispiel in der Kaffeepause. Das geht auch über das eigene Team hinaus: Fragen Sie nach Empfehlungen, bei wem Sie sich außerhalb Ihres Bereichs noch vorstellen sollten.

Wichtig ist, dass Sie sich auch bei virtuellen Treffen so verhalten, als wären Sie vor Ort. Vernachlässigen Sie nie Ihren professionellen Auftritt! Ziehen Sie sich so an, wie Sie zur Arbeit gehen würden. Ständig nur bequeme Jogging-Kleidung im Homeoffice zu tragen demotiviert und kommt auch bei Ihrem Gegenüber auf dem Bildschirm nicht gut an. Genauso wenig wie ein unaufgeräumtes Zimmer im Hintergrund oder schlechte Lichtverhältnisse. Probieren Sie Ihren Online-Auftritt am besten schon vor dem Jobantritt in Ruhe aus – oder holen Sie sich Hilfe und lassen sich in einem Online-Coaching beraten.

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Selbstmanagement und Selbstfürsorge

Frau im Homeoffice betreibt Selbstmanagement
Karriere-Coaches empfehlen eine klare Grenze zwischen Privat- und Berufsleben

Das Beispiel unseres jungen Betriebswirts David zeigt auch, wo die Krux liegt: Wer von zu Hause arbeitet, läuft Gefahr, zu viel zu arbeiten. Karriere-Coaches empfehlen, eine klare Grenze zwischen Privat- und Berufsleben zu ziehen, um die Work-Life-Balance zu wahren. Anders ausgedrückt: Gewöhnen Sie sich einen strukturierten Tagesablauf an. Stehen Sie dafür möglichst früh auf, machen Sie regelmäßige Pausen und legen Sie, wenn möglich, einen Zeitpunkt für Ihren Feierabend fest. Wichtig dabei: versuchen Sie unbedingt, sich daran zu halten. Auch hier können Sie sich Feedback und Tipps von Ihrem Paten, Ihrer Patin oder den Kolleg:innen holen.

Geduld und Zuversicht

Seien Sie geduldig: Auch bei einem Präsenz-Arbeitsantritt dauert es seine Zeit, routinierte Arbeitsprozesse aufzubauen und den eigenen Platz im Teamgefüge zu finden. Im Homeoffice können technische Probleme auftauchen. Vielleicht funktioniert die Technik nicht auf Anhieb und Sie brauchen Hilfe von der firmeneigenen IT. Das kann Zeit in Anspruch nehmen. Hier ist Gelassenheit gefragt – und Geduld, mit anderen und vor allem mit sich selbst.

Bleiben Sie zuversichtlich! Setzen Sie sich das Ziel, Ihre Aufgaben eigenständig bearbeiten zu können und konzentrieren Sie sich darauf, Ihr Team kennenzulernen. Dann ist Ihnen ein im Rahmen des Möglichen erfolgreiches Onboarding bereits gelungen. Und vergessen Sie nicht: Es kommen auch wieder andere Zeiten! Freuen Sie sich auf den Tag, an dem Sie Ihre Kolleg:innen von Angesicht zu Angesicht kennenlernen können. Die nächste Betriebsfeier kommt bestimmt, auch wenn Ihnen zurzeit niemand sagen kann, wann das sein wird.

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Fotos: Adobe Stock | stock.adobe.com

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