Wie das richtige Karriere-Coaching Arbeitssuchende unterstützt

Mit Erfahrung und Knowhow unterstützen wir an 13 Standorten in ganz Deutschland arbeitssuchende Akademiker/innen durch individuelles Einzel-Coaching und Karriere-Beratung. Seit rund einem Jahr bieten wir unser Coaching-Konzept auch in Leipzig an. Magdalena Kaminska, unsere Coach vor Ort, berichtet in diesem Artikel über ihre Erfahrungen im INQUA Karriere-Coaching. Lesen Sie, warum ein Job-Coaching bei der Arbeitssuche und der beruflichen Neuorientierung eine große Unterstützung sein kann.

von Magdalena Kaminska

Frau Kraft war jahrzehntelang engagierte Mitarbeiterin eines mittelständischen Unternehmens. Aufgrund von betrieblichen Veränderungen musste das Unternehmen die Pforten der Filiale schließen und Mitarbeiter entlassen -auch Frau Kraft. Da sie direkt nach ihrem Studium mit der Arbeit bei ihrem ersten und einzigen Arbeitgeber begonnen hat, fehlt ihr nun die Idee dafür, wo sie stattdessen arbeiten könnte. Sie hat keine Bewerbungserfahrung und ist sich unsicher, wie ein Bewerbungsprozess heute aussieht.

Herr Mahler hingegen ist gerade mit seinem Studium fertig geworden und hat bereits mehrere erfolglose Bewerbungen versandt. Er ist sich nicht sicher, wie er seine Kenntnisse und Fähigkeiten überzeugend präsentieren kann. Zudem fehlt ihm als Berufseinsteiger das Gefühl dafür, welche Tätigkeiten und Branchen ihm zusagen würden und welche Kompetenzen er bereits durch Praktika, Nebenjobs und im Studium erworben hat.

Frau Schmidt stellte bereits in der Elternzeit fest, dass eine Rückkehr in ihren alten Job nicht mehr möglich ist, da ihr Arbeitgeber einer Arbeitszeitreduzierung nicht zustimmt. Sie fragt sich, was sie als Mutter auf dem Arbeitsmarkt noch wert ist und wie sie eine neue Stelle finden soll, bei der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist.

Im Auftrag des INQUA-Instituts für Coaching unterstütze ich Arbeitssuchende in Leipzig bei der beruflichen (Neu-)Orientierung. Dabei treffe ich oft auf Klient/innen wie Frau Kraft, Herr Mahler und Frau Schmidt*. Sie stehen zwar an unterschiedlichen Punkten ihres beruflichen Werdegangs, doch sie eint das Gefühl der Orientierungslosigkeit und der Wunsch, baldmöglichst Arbeitsstelle zu finden, die ihren Fähigkeiten und Vorstellungen entspricht. Das Coaching von Arbeitssuchenden bei INQUA fokussiert sich aus diesem Grund zuerst auf Kompetenzen und Ressourcen. Nur, wenn ich weiß, was ich kann, ist ein nächster, selbstbewusster, beruflicher Schritt möglich.

Frau Kraft hat so lange in einem Betrieb gearbeitet, dass sie ihre Arbeitserfahrung als selbstverständlich ansieht. Sie kann nur schwer formulieren, was sie einem neuen Arbeitgeber anzubieten hätte. Gemeinsam erarbeiten wir ein Bewerbungsprofil, das auf dem Kompetenzprofil High Profiling® basiert. Darin sind nicht nur die fachlichen Fähigkeiten der Klientin enthalten. Das High Profiling® fokussiert auch soziale Kompetenzen und bietet Hypothesen zu beruflichen Entwicklungsfeldern.

So finden wir gemeinsam heraus, dass Frau Kraft nicht nur eine Expertin in ihrem Feld ist, sondern dass ihr Sinn für Humor ihre Abteilung schon oft vor einer Krise bewahrt hat. Durch ihre positive und zupackende Art, die in den von ihren geschilderten Erlebnissen aus der Arbeitszeit zutage treten, war sie auch ohne formale Zuschreibung eine Person, an die sich viele Mitarbeiter/innen bei Problemen gewandt haben. Obwohl sie es sich bisher nicht hat vorstellen können, spielt Frau Kraft mit dem Gedanken, sich auch auf Stellen mit Führungsverantwortung zu bewerben.

Die Auseinandersetzung mit dem Kompetenzprofil hat sichtbar gemacht, dass sie die nötigen Fähigkeiten besitzt und dass es der nächste Schritt ihrer beruflichen Laufbahn sein könnte. Im Laufe des Coachings erlebe ich Frau Kraft, die den Prozess niedergeschlagen und mit einem Gefühl des Scheiterns begonnen hat, zunehmend optimistischer. Sie findet im wahrsten Sinne wieder zu ihrer inneren Stärke, die sie jahrelang eine hervorragende Arbeit machen ließ. Damit sind auch die ersten Schritte in den Bewerbungsprozess gemacht.

Auch wenn Frau Kraft jetzt neuen Boden betritt, wird ihr langsam klar, welche Arbeitgeber sie bevorzugt und wie sie zu einem Job passende Fähigkeiten gut formulieren und darstellen kann. Am Ende der gemeinsamen acht Wochen ist die Klientin zu einer versierten Bewerbungsschreiberin geworden, die sogar Tipps in ihrem Bekanntenkreis verteilt und zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden ist.

Absolvent/innen, deren Studium nicht in einer klaren Jobbeschreibung mündet, erlebe ich als sehr unsicher bezüglich dessen, was sie können und wie sich ihre ersten beruflichen Erfahrungen aus einem Praktikum oder Nebenjob gut darstellen lassen. Herr Mahler ist da keine Ausnahme. Er unterschätzt auf einer Seite sein Potenzial, um sich im nächsten Moment für Stellen zu bewerben, für die Führungserfahrung gefragt ist, die er nicht nachweisen kann. Er braucht mehr Klarheit darüber, was ihn beeinflusst und antreibt.

Ein Teil des INQUA Coachings ist die ressourcenorientierte Genogrammarbeit, mit der wir an das High Profiling® Interview der ersten Sitzung anschließen. Als Berufsanfänger steht Herr Mahler vor der Aufgabe, seine Fähigkeiten zu erkennen und zu benennen. Das Genogramm als „Bestandsaufnahme“ macht sichtbar, welche Ressourcen seiner Familie der Klient übernommen und welche Überzeugungen ihn geprägt haben.

Wir schauen auf die berufliche Herkunft von Großeltern und Eltern und ordnen ihnen Fähigkeiten und Werte zu. Ganz besonders sichtbar wird ein Hang zum Perfektionismus als treibende berufliche Kraft, ein zweischneidiger Wert, mit dem sich Herr Mahler stark identifiziert. Im Gespräch suchen wir nach Möglichkeiten, die positiven Seiten der Eigenschaft zu nutzen, ohne dass der Klient dem hohen Eigenanspruch erliegt. Dabei wird Herrn Mahler klar, dass seine Erwartung an ihn selbst bei der Jobsuche hindernd wirkt. Wir besprechen, wie eine Stelle aussehen müsste, in der er weder unter- noch überfordert ist.

Verwirrung besteht auch darüber, welche Branchen und damit potenzielle Arbeitgeber es gibt. Durch Recherche und Gespräche mit Kommiliton/innen bringt Herr Mahler neue Informationen ins Coaching und erweitert das Spektrum dessen, was er als mögliche Betätigungsfelder ins Auge gefasst hat. Damit ist es uns möglich, gemeinsam aus den Ressourcen aus dem High Profiling und den Werten und Fähigkeiten aus dem Genogramm ganz neue Perspektiven zu denken.

Da der Klient bisher nur ein Bewerbungsgespräch hatte, gehen wir zum Ende des Coaching-Prozesses hin in einem Rollenspiel die häufigsten Fragen bei Interviews durch und suchen nach authentischen, passenden Antworten. Herr Mahler entwickelt im Coaching sein berufliches Selbstverständnis und ich erlebe ihn als geerdet und klar.

Im Coaching erlebe ich oft, dass hervorragende Mitarbeiterinnen nach der Elternzeit mit diversen Problemen zu kämpfen haben. Oft werden sie nicht mehr als vollwertige Arbeitskräfte wahrgenommen, man spricht ihnen Belastbarkeit und Zuverlässigkeit ab. Das hinterlässt meine Klientinnen mit Zweifel daran, ob sie ihre Arbeit denn wirklich noch gut machen können. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu wecken, ist also die erste Aufgabe, der sich Frau Schmidt und ich im Coaching widmen. Ich erinnere sie daran, dass sie als neu gewordene Mutter keine Fähigkeiten eingebüßt, sondern neue dazugewonnen hat.

Selbst- und Zeitmanagement sind Fähigkeiten, die jede Mutter haben muss, damit diese auch zur Schließzeit einer Kita abgeholt werden. Langsam wird auch Frau Schmidt klar, dass sie an sich glauben darf und es in ihrem Coaching darum gehen muss, Wege zu einem familienfreundlichen Arbeitgeber zu finden. Ich bitte Frau Schmidt darum, in ihrem Netzwerk nach geeigneten Firmen zu suchen. Schnell wird sie fündig und ist begeistert darüber, wie viele junge Unternehmen es gibt, die sich der Work-Life-Balance verschrieben haben. Wir entwickeln eine Strategie für Initiativbewerbungen, mit der Frau Schmidt nach einer kurzen Weiterbildung erfolgreich eine neue Stelle antreten kann.

Das INQUA-Coaching für Arbeitssuchende dient dem Stärken ihrer Fähigkeiten und dem Offenlegen von beruflichen Möglichkeiten. Menschen wie Frau Kraft, Herr Mahler und Frau Schmidt können von einer Reflexion der eigenen Kompetenzen, Ressourcen und Werte enorm profitieren und gewinnen im Verlauf des Coachings ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen zurück. Ich freue mich über jede Email von ehemaligen Kunden mit der Nachricht, dass wieder jemand gut in einem neuen Job angekommen ist. Oft dauert es nicht lange, bis die gute Nachricht eintrifft.

Magdalena Kaminska lebt und arbeitet in Leipzig und ist seit 2017 als Karriere-Coach auch für INQUA tätig. Auf ihrer Webseite schreibt Sie auch im eigenen Blog unter: https://coachleipzig.com/

*Die Namen der Personen und deren Werdegang sind frei erfunden und exemplarisch.

Wussten Sie schon:

Das INQUA-Institut ist spezialisiert auf die Bedürfnisse von Akademiker/innen, Fach- und Führungskräften. Wir arbeiten mit wissenschaftlich fundierten Methoden. Mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) von Bundesagentur für Arbeit bzw. das Jobcenter kann Ihre Karriere-Beratung bei INQUA zu 100% gefördert werden.

Laden Sie sich hier den Info-Flyer zum Karriere-Coaching herunter: PDF

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  1. […] Im aktuellen Blogbeitrag schreibt unsere Coach Magdalena Kaminska über ihre Erfahrungen im INQUA Karriere-Coaching für Akademiker/innen. Erfahren Sie aus der Coach-Perspektive, warum ein Coaching gerade während der Arbeitssuche eine wertvolle Unterstützung sein kann. Hier geht´s zum Artikel! […]

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