10 Tipps für den Arbeitsalltag – ein Leitfaden in der Post-Corona-Zeit
Die Corona-Pandemie hat uns alle vor beispiellose Herausforderungen gestellt: Wir mussten uns blitzschnell an eine neue Arbeitswelt anpassen, in der Remote-Arbeit, digitale Tools und virtuelle Kommunikation zum Alltag gehörten. Während dieser Zeit hast du viele neue Fähigkeiten erworben, Herausforderungen gemeistert und dich an eine neue Realität angepasst. Wer im Dezember 2019 den Vorsatz gefasst hatte, sich im neuen Jahr beruflich umzuorientieren, wurde vermutlich im Frühjahr 2020 ausgebremst: Das Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit in Zeiten einer großen Krise hat in vielen Fällen den Wunsch nach Veränderung verdrängt. Jetzt, da die Pandemie abklingt und sich die Situation wieder stabilisiert, bietet sich die perfekte Gelegenheit, die eigene Karriereplanung oder die verschobene berufliche Neuorientierung wieder in Angriff zu nehmen.
Auch wenn du nicht vorhast, dich beruflich neu aufzustellen, ist die Zeit, in der wir uns langsam wieder der Normalität annähern, eine gute Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen: Wie viel von dem, was vor 2020 „normal“ für dich war, soll denn auch in der Post-Corona-Zeit wieder zu deinem Alltag gehören? Vielleicht hast du während der Krise Fähigkeiten erworben, die dir auch nach Corona von großem Nutzen sein können. Resilienz, Flexibilität, Selbstorganisation oder Selbstfürsorge im Alltag – was hast du während der Pandemie gelernt, das dich auch in Zukunft weiterbringen kann? Welche der neu erworbenen Fähigkeiten können dir dabei helfen, erfolgreicher oder zufriedener in deinem Arbeitsalltag zu sein? Wir haben für dich 10 Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen, optimal in die Post-Corona-Zeit zu starten.
1. Ziehen Sie Bilanz
Beginne mit einer Reflexion: Was hast du während der Pandemie neu gelernt – und wie nützt dir diese Fähigkeit in deinem Arbeitsalltag? Mach dir dazu gern eine Liste und unterscheide zwischen Hard Skills – also Fach- und Methodenkompetenzen – und Soft Skills, also persönlichen Verhaltensweisen, Einstellungen und Eigenschaften. Hast du zum Beispiel gelernt, neue Tools zur digitalen Kommunikation einzusetzen? Oder hast du die Zeit des Lockdowns genutzt, um eine Fremd- oder Programmiersprache zu lernen? Vielleicht hast du dir auch neue Routinen oder Verhaltensmuster angeeignet, die zu einem besser organisierten Arbeitsalltag geführt haben. Der Blick zurück hilft dir bei der Orientierung, denn um dir neue Ziele setzen zu können, musst du wissen, wo du aktuell stehst.
2. Bau liebgewonnene Fähigkeiten weiter aus
Wenn du deine Liste mit neuen Kompetenzen durchgehst, wirst du sicher auf den ein oder anderen Punkt stoßen, der dir gut durch die Krisenzeit geholfen hat, den du in der Post-Corona-Zeit aber nicht mehr brauchst. Diese Punkte kannst du zunächst außer Acht lassen. Konzentriere dich stattdessen auf die Aspekte, die bei dir positive Emotionen auslösen: Hast du vielleicht eine neue Leidenschaft für ein Thema oder ein verborgenes Talent entdeckt? Wenn ja, überlege dir, in welche dieser Themen du künftig mehr Zeit investieren möchtest. Gibt es Wissen, das du dir aneignen willst? Und wenn ja: Möchtest du dir dieses eigenständig erarbeiten – zum Beispiel durch Fachliteratur – oder im Austausch mit anderen, etwa in Online-Foren oder auf Fachveranstaltungen?
3. Besuche Online-Weiterbildungen
Corona hat gezeigt, dass nahezu jede Art von Meeting auch im digitalen Raum stattfinden kann. Um deine neuen Fähigkeiten mithilfe von Weiterbildungen zu vertiefen oder auszubauen, musst du vermutlich nicht einmal deinen Schreibtisch verlassen – und auch nicht besonders tief in die Tasche greifen.
Viele Universitäten haben zum Beispiel ein umfangreiches Angebot an kostenlosen Kursen geschaffen, an denen du teilnehmen kannst. Auch Plattformen wie LinkedIn Learning bieten zahlreiche Kurse in den Bereichen Business, Technik, IT oder Kreativität an. Die Bundesagentur für Arbeit stellt über KURSNET mehr als 2 Millionen Seminare bereit. Zusätzlich findest du unzählige Tutorials auf YouTube und Podcasts zu nahezu jedem Thema. Deine Fremdsprachenkenntnisse – die sich besonders gut im Lebenslauf machen – kannst du zum Beispiel mit Duolingo ausbauen. Dir stehen also zahlreiche Möglichkeiten offen.
4. Behalte deine Selbstfürsorge bei
Bei allem Eifer und trotz möglicher Energieschübe solltest du dich nicht überfordern. Während der Pandemie haben viele Menschen bewusst einen Gang zurückgeschaltet und begonnen, Selbstfürsorge stärker in ihren Alltag zu integrieren. Dieses Verhalten hat die Resilienz in Krisenzeiten gestärkt und bleibt auch in der Post-Corona-Zeit relevant. Wenn du zum Beispiel Achtsamkeitsmethoden erlernt hast, solltest du diese weiterhin in deinem (Arbeits-)Alltag anwenden. So bist du für eine mögliche berufliche Neuorientierung gut aufgestellt und kannst auf unvorhergesehene Ereignisse deutlich gelassener reagieren.
5. Lebe deine Kreativität weiter aus
6. Stärke deine Resilienz
Deine Resilienz stärkst du am besten, indem du einen gesunden Lebensstil pflegst – dafür stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen. Eine davon ist regelmäßige Meditation. Sie kann dir helfen, Stress abzubauen, innere Ruhe zu finden und deine Fähigkeit zur Selbstreflexion zu verbessern. Dabei profitierst du auch körperlich, denn physische und mentale Gesundheit stehen in engem Zusammenhang und verstärken sich gegenseitig.
Indem du auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf achtest, stärkst du nicht nur deine Fitness und dein Immunsystem, sondern auch deine mentale Widerstandskraft. Ebenso tragen der regelmäßige Austausch mit Freund:innen und Familie sowie bewusst eingeplante Zeit für deine Hobbys zu mehr Resilienz bei. Dabei geht es nicht um anstrengende Selbstoptimierung, sondern darum, eine gesunde Balance zu finden und gezielt Zeit und Energie in Aktivitäten zu investieren, die dir guttun und dein Wohlbefinden fördern.
7. Starte ein Karriere-Coaching
Vielleicht hattest du schon vor Corona den Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung. Vielleicht hast du auch erst während der Pandemie gemerkt, dass dir dein aktueller Job nicht mehr so gut gefällt. In jedem Fall ist jetzt – in der auslaufenden Krise – ein guter Zeitpunkt, dich mit deiner beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen.
In Phasen des Umbruchs entstehen häufig neue Chancen, insbesondere auch für Quereinsteiger:innen. Ein solcher Schritt sollte jedoch gut durchdacht sein, und du musst ihn nicht allein gehen. Hol dir Unterstützung – zum Beispiel in Form eines Jobcoachings. Gemeinsam mit eine:r Coach fällt es dir leichter, deine Stärken, Interessen und Werte herauszuarbeiten und eine klare Vorstellung davon zu entwickeln, wie deine berufliche Zukunft aussehen kann.
Im bewährten INQUA Karriere-Coaching kommen biografieorientierte Methoden zum Einsatz, mit denen sich deine Kompetenzen, Werte und Interessen systematisch und zielgerichtet herausarbeiten lassen. Erfahre hier mehr zum INQUA Karriere-Coaching.
8. Nutze die Pandemie als Filter
Bei einer beruflichen Neuorientierung stellt sich nicht nur die Frage, was du in Zukunft tun möchtest, sondern auch, für wen. Viele Unternehmen und Branchen sind aktuell damit beschäftigt, die Folgen der Krise zu verarbeiten und sich neu auszurichten.
Bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers kann es daher ein wichtiges Kriterium sein, wie sich das Unternehmen während der Pandemie gegenüber seinen Mitarbeitenden verhalten hat. Unternehmen, die ihre Belegschaft in dieser Zeit unterstützt und geschützt haben, zeigen, dass ihnen das Wohl ihrer Mitarbeitenden wichtig ist – und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch langfristig verlässliche Arbeitgeber. Unternehmen hingegen, die ihre Mitarbeitenden in der Krise nicht ausreichend unterstützen konnten oder große Teile der Belegschaft entlassen mussten, starten zunächst ohne entsprechenden Vertrauensvorschuss.
9. Pflege dein Netzwerk
Ein gutes Netzwerk ist im Grunde unbezahlbar – deshalb solltest du es aktiv pflegen. Geh dein Telefonverzeichnis durch und überlege, wen du schon länger nicht kontaktiert hast. Denke dabei nicht nur darüber nach, wer dir nützlich sein könnte, sondern auch, ob du selbst jemandem mit einer hilfreichen Information weiterhelfen kannst. Auch das ist ein guter Anlass, um den Kontakt wieder aufzunehmen.
Konzentriere dich zunächst auf die Menschen, die du innerlich als „Netzwerker:innen“ abgespeichert hast. Diese Personen sind oft gut über aktuelle Entwicklungen oder offene Stellen informiert. Wenn es dir schwerfällt, andere um Unterstützung zu bitten, denk daran, dass viele Unternehmen Prämien zahlen, wenn Mitarbeitende neue Kolleg:innen vermitteln. In solchen Fällen tust du deinem Gegenüber sogar einen Gefallen, wenn du dich empfehlen lässt.
10. Halte dein Business-Profile aktuell
Sind deine Profile auf LinkedIn und Xing auf dem neuesten Stand? Falls nicht, ergänze deine neuen Kenntnisse und Fähigkeiten. Vielleicht hast du auch schon länger kein aktuelles Profilbild hochgeladen. Solche Veränderungen schaffen Sichtbarkeit und bieten Anlässe für neue Kontakte.
Möglicherweise meldet sich dadurch eine alte Bekanntschaft bei dir, die Fragen zu einer deiner neuen Fähigkeiten hat. Du kannst auf deinen Business-Profilen auch deutlich signalisieren, dass du auf der Suche nach einer neuen Herausforderung bist – bei LinkedIn zum Beispiel mit dem „Open to Work“ Badge.. Überlege dir jedoch im Vorfeld, ob diese offene Herangehensweise für dich Nachteile haben könnte, etwa wenn Kolleg:innen oder Vorgesetzte darauf aufmerksam werden.
Keine Frage: Die Corona-Pandemie war eine Zäsur – nicht nur, aber auch für die Arbeitswelt. Du hast jetzt die Chance, das Ende der Pandemie zu einem Wendepunkt in deinem Berufsleben zu machen und mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre deine Ziele neu zu definieren.
Sei mutig und nutze die Gelegenheit, deine Leidenschaften zu verfolgen und deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ob du einen neuen Karriereweg einschlagen, dich beruflich neu orientieren oder einfach deine bestehenden Kompetenzen ausbauen möchtest – setz dir klare Ziele und geh sie aktiv an. Die Zukunft liegt in deinen Händen, und du hast die Möglichkeit, in der Post-Corona-Zeit deine berufliche Erfüllung zu finden.
Über den Autor:

Johannes Gramß ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des INQUA-Instituts. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeptentwicklung für Digitales Coaching mit ansprechenden, wirkungsvollen Lernarchitekturen. Er beschäftigt sich zudem mit dem Nutzen von persönlichen Ressourcen und dem Bearbeiten innerer Barrieren bei der beruflichen Neuorientierung sowie dem psychologisch geschickten Umgang bei digitalen Auswahlprozessen für Bewerbende.
Weitere Links zum Thema:
Info-Filme:
INQUA Online-Coaching – So funktioniert’s: Erfahren Sie, wie einfach der Prozess über unsere Kommunikationsplattform funktioniert
INQUA Karriere-Coaching – So funktioniert’s: Info-Film zu unseren biografieorientierten Methoden
Tipps vom Karriere-Coach: Auf unserem YouTube-Kanal gewähren unsere Coaches spannende Einblicke in die Inhalte und Methoden ihrer Arbeit.
Blog-Beiträge:
Digitales Coaching mit Hybrid-Option: Neues AVGS-Angebot bei INQUA
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Stress am Arbeitsplatz from 9 to 5? Tipps gegen Burn-out – mit Renée Seehof, INQUA Karriere-Coach und Trainerin für Biografiearbeit und Assessmentcenter-Gestaltung
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